Ehestreit eskalierte mit Todesdrohung. Streit zwischen einer Türnitzerin und ihrem Ehemann eskalierte und soll mit Beschuss und Todesdrohung geendet haben. Gatte fasst drei Monate bedingt aus.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 01. Juni 2018 (05:42)
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Symbolbild

Die Trennung war schon länger beschlossene Sache. Als eine Türnitzerin (32) ihrem Noch-Ehemann (36) zehn Euro für die Fahrt nach St. Pölten geben wollte, damit er endlich die gemeinsame Wohnung verlässt, eskalierte der Streit. Zwei 250 Gramm schwere Holzuntersetzer soll der Ehemann mit der kleinen Tochter am Arm nach der Frau geworfen haben und sie mit dem Umbringen bedroht haben. Als er das jüngste Kind der beiden absetzte, schloss sie sich ins Schlafzimmer ein und rief nach etwa zwei Stunden schließlich die Polizei. Nun saß der Arbeitslose wegen gefährlicher Drohung und Nötigung vor Gericht.

Der Beschuldigte konnte sich vor Gericht nicht an alle Einzelheiten des Streits erinnern. Warum auch ein zweiter Untersetzer Beschädigungen mit Putz- und Farbresten aufweist, kann er sich nicht erklären. Auch, dass er gesagt haben soll, dass er seine Frau umbringt, wenn sie aus dem Schlafzimmer kommt, will er nicht wissen. „Ich habe am Telefon zu meiner Mutter gesagt: Sie soll mich holen, sonst bring ich mich um“, so der Angeklagte.

Auch an weitere Details des Telefonats erinnert sich der 36-Jährige gut. „Das müssen Sie mir erklären, warum Sie sich an das Telefonat so gut erinnern und an die Geschehnisse davor nicht. Das ist unglaubwürdig“, betonte der Richter. Die Mutter des Angeklagten bestätigte die Version und meinte: „Ich habe zu ihm gesagt, er soll das mit dem Umbringen nicht sagen, da könnte man leicht etwas anderes verstehen.“

Die Polizei zu rufen, sei Gattin schwergefallen

Für die Aussage der 32-jährigen Frau musste der Angeklagte den Raum verlassen. Sie erzählte, dass es zwar Streitereien gegeben habe, mit dem Umbringen habe er sie aber vor diesem Tag noch nie bedroht und auch keine Gegenstände nach ihr geschossen. Sofort nachdem die beiden Untersetzer geflogen waren und er das jüngste Kind abgesetzt hatte, flüchtete sie ins Schlafzimmer. Dann dauerte es fast zwei Stunden, bis sie die Polizei rief. Nach 14 Jahren Beziehung sei es ihr schwergefallen.

Staatsanwältin und Richter sind überzeugt, dass die Aussage der Türnitzerin der Wahrheit entspricht. Aufgrund der eingeschränkten Schuldfähigkeit durch eine psychische Erkrankung und der Auflage, dass der Angeklagte seine Psychotherapie fortsetzen muss, wurden drei Monate bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren verhängt. Nach Rechtsmittelverzicht ist das Urteil rechtskräftig.