Bär „lebt“ im Museum. Das illegal erlegte Tier, das 2007 im Keller eines Jägers entdeckt wurde, zeigt in Sonderschau seine Krallen.

Von Beate Steiner. Erstellt am 03. April 2019 (05:37)
Beate Steiner
Die junge Bärin ist Teil der spannenden Ausstellung „Stechen. Kratzen. Beißen. Mit den Waffen der Natur“ im Haus für Natur in St. Pölten.

Einer der ehemaligen Ötscherbären, die vor rund 25 Jahren auch im Bezirk Lilienfeld herumstreiften, ist wieder sichtbar – als Präparat im Haus für Natur im Museum Niederösterreich: In der Sonderausstellung „Stechen. Kratzen. Beißen. Mit den Waffen der Natur“ zeigt die junge Bärin, die im Jahr 2007 im Keller eines Jägers aus dem Bezirk Lilienfeld gefunden wurde, ihre Krallen.

„Es handelt sich um die etwa eineinhalb Jahre alte Tochter der 1992 ausgesetzten Bärin ,Cilka‘, die 1994 mit ihren beiden Jungtieren verschwand“, bestätigt Erich Steiner, wissenschaftlicher Leiter im Haus für Natur das Ergebnis der DNA-Analyse. Entdeckt wurde die ausgestopfte kleine Bärin, weil damals, 2007, das Bundeskriminalamt, der WWF, das Forschungsinstitut für Wildtierkunde der Uni Wien und der NÖ Jagdverband versuchten, die Ursachen für den „Bärenschwund“ in Niederösterreich zu klären. Denn von den rund 35 Braunbären, die noch in den späten 1980er-Jahren die Nördlichen Kalkalpen durchstreiften, war um die Jahrtausendwende keiner mehr zu finden.

Ausgestopfter Bär kam 2008 ins Museum

„Im Zuge der Ermittlungen wurde das Präparat dieses illegal erlegten Braunbären sichergestellt“, erinnert sich Erich Steiner.

Der ausgestopfte Jungbär wurde beschlagnahmt und kam 2008 ins Landesmuseum Niederösterreich. „Es ist wichtiges Dokument für die zweite Ausrottungsphase des Braunbären in Niederösterreich, aber auch trauriges Symbol für den erbärmlichen Umgang des Menschen mit bedrohten Tierarten“, so Erich Steiner.

Bezirksjägermeister Martin Schacherl war damals in die Ermittlungen involviert. Er erinnert sich an den Medienrummel, wehrt sich aber heute noch gegen Vorwürfe, die Jäger seien Schuld am Verlust der Tiere: „Es gibt immer wieder Leute, die sich zu solchen Taten hinreißen lassen. Ich verwehre mich aber strikt dagegen, dass man die ganze Jägerschaft öffentlich an den Pranger stellt und für das Verschwinden der Bären verantwortlich macht.“