Volksbank: Aus in Traisen. An die 2.000 Kunden werden ab Ende Mai vom Kompetenzzentrum St. Pölten-Süd betreut.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 08. Mai 2018 (06:07)
Zauner, Zauner
Die Tage der Volksbank-Filiale in Traisen sind gezählt. Was mit dem Gebäude passiert, ist noch offen.

Die Volksbank schließt mit 30. Mai ihre letzte Filiale im Bezirk Lilienfeld – die Bankstelle in Traisen. Die etwa 2.000 Kunden werden künftig vom im Vorjahr neu eröffneten Kompetenzzentrum St. Pölten-Süd in Spratzern betreut.

„Wir werden sicher nicht das Service im Kompetenzzentrum St. Pölten-Süd in Anspruch nehmen.“ Traisens Bürgermeister Herbert Thumpser

Überbordende Regulatorien und die starke Nutzung von Internet-Banking machen die Bündelung von Kompetenzen notwendig, begründet Marketingleiter Peter Digruber die Entscheidung: „Mittlerweile nutzen 80 Prozent unserer Kunden Internet-Banking.“ Nur mehr fünf Mal pro Jahr führt sie hingegen im Schnitt ihr Weg in die Bankstelle. Gleichzeitig will die Volksbank durch die Bündelung der Kräfte in größere Einheiten auf die zunehmende Komplexität des Bankgeschäfts reagieren. In Traisen wäre in absehbarer Zeit außerdem eine Investition in die Modernisierung der Filiale angestanden. Ein Investment, das angesichts des kleinen Standortes, der bereits jetzt von St. Pölten-Süd aus geleitet wurde, finanziell nicht verantwortbar gewesen wäre, betont Digruber.

 

Der Bankomat kommt auch weg

Die bisher in Traisen tätige Michaela Brunner wird ab 1. Juni in der Filiale St. Pölten-Süd tätig sein. Kunden der bisherigen Bankstelle in Traisen werden bei ihrem ersten Besuch einen 20-Euro-Gutschein für einen lokalen Traisner Betrieb erhalten, verspricht Digruber.

Was mit dem Gebäude an der B 20 passiert, das der Volksbank selbst gehört, steht derzeit noch nicht fest. Fest steht allerdings, dass auch der Bankomat wegkommt.

Traisens Bürgermeister Herbert Thumpser wurde von der Nachricht der Bankstellen-Sperre, wie manch anderer Kunde wohl auch, überrascht. „Ich habe geglaubt, die neue Filialleiterin stellt sich vor“, verweist er auf ein Gespräch mit Vertretern der Volksbank, die ihm letztlich die Hiobsbotschaft der Filialschließung überbrachten.

Als Reaktion auf den Rückzug aus Traisen werde die Gemeinde als Kunde das Konto bei der Volksbank auflösen, legt sich Thumpser fest: „Wir werden sicher nicht das Service im Kompetenzzentrum St. Pölten-Süd in Anspruch nehmen.“ Obwohl mit Raiffeisenbank und Sparkasse noch zwei Geldinstitute in der Gemeinde vertreten sind, wertet der Bürgermeister den Rückzug der Volksbank aus dem Ort als „Verlust für die Bankenlandschaft“. Die Kommune trauere außerdem Arbeitsplätzen nach. Zur Blütezeit seien in der Volksbank-Filiale in Traisen um die fünf Mitarbeiter beschäftigt gewesen, weiß das Gemeindeoberhaupt.

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