Feilschen um den Bahnhof in Lilienfeld. ÖBB bestätigen mehrere Interessenten für Gebäudein Lilienfeld: Bieterverfahren geht weiter.

Von Markus Zauner. Erstellt am 05. Februar 2021 (03:39)
Die nächste Bieterrunde steht bevor: Für das Lilienfelder Bahnhofsgebäude mit 367 Quadratmetern Nutzfläche gibt es mehrere Interessenten.
NÖN

Zum Mindestkaufpreis von 115.000 Euro suchen die ÖBB im Rahmen eines zweistufigen Bestbieterverfahrens für das Bahnhofsgebäude in der Bezirkshauptstadt einen Käufer. Unkenrufe, diese Summe für das Objekt mit einer Nutzfläche von etwa 367 Quadratmetern wäre zu hoch, erteilt ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf NÖN-Anfrage eine Absage. Denn: Die erste Bieterrunde ist abgeschlossen — und es gibt laut Seif gleich „mehrere Interessenten, die zu einer weiteren Runde eingeladen werden.“

Details verraten die ÖBB freilich nicht. „Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund des weiterhin laufenden Verfahrens keine genaueren Informationen geben können“, erklärt Seif. Wann die nächste Bieterrunde stattfinden werde, könne er derzeit auch noch nicht sagen, so der ÖBB-Pressesprecher.

„Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund des weiterhin laufenden Verfahrens keine genaueren Informationen geben können“

Grund für den geplanten Verkauf sind Umstrukturierungen. Laut ÖBB werden laufend Fahrdienstleitungen von kleineren Bahnhöfen in die fünf großen Betriebsführungszentralen Wien, Linz, Salzburg, Villach und Innsbruck integriert: „Dadurch fallen an einigen Bahnhöfen die Fahrdienstleitungen weg, so auch im Traisen- und Gölsental, wovon der Bahnhof Lilienfeld betroffen ist“, so die ÖBB. Findet sich ein Käufer, will die Bahn als Ersatz in der Bezirkshauptstadt einen überdachten Wartebereich für Reisende schaffen.

Vizeortschef Manuel Aichberger betont im NÖN-Gespräch, es wäre wünschenswert, das Bahnhofsgebäude bald einer geeigneten Nachnutzung zuzuführen und einen „Leerstand“ in Lilienfeld zu vermeiden. Aus Sicht der Gemeinde stehe aber ohnedies die Aufrechterhaltung beziehungsweise Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, in diesem Zusammenhang eben des Bahn-angebotes, im Vordergrund.

„Die ÖBB haben den Zugverkehr bis Schrambach sowie die Errichtung eines überdachten Wartebereiches mehrmals zugesichert. Ich gehe davon aus, dass die entsprechende Grundsatzvereinbarung über ÖBB-Infrastrukturmaßnahmen in Niederösterreich vom November 2017 eingehalten beziehungsweise umgesetzt wird“, sagt Aichberger.

„Die ÖBB haben den Zugverkehr bis Schrambach sowie die Errichtung eines überdachten Wartebereiches mehrmals zugesichert."

Insbesondere auch die Elektrifizierung der Traisentalbahn sei darin ein Ziel. „Das Thema Mobilität ist uns wichtig. Bereits in der Vergangenheit wurde gemeindeseitig viel unternommen, vor allem mit der gut frequentierten Park- & Ride-Anlage“, ergänzt der Vizeortschef.