Letzter Fleischer im Bezirk Lilienfeld hört auf. Herbert Illmeyer geht nach über 40 Jahren als Fleischermeister in Pension und schließt das Geschäft in Lilienfeld per 31. Juli. Bemühungen um „Ersatz“ laufen.

Von Markus Zauner. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:31)
Herbert und Gabriele Illmeyer
„Wir wünschen den Illmeyers für den neuen Lebensabschnitt alles Gute, Gesundheit, Erholung und viel Freude an gemeinsamen Aktivitäten“, dankten Vizebürgermeister Manuel Aichberger, Gemeinderat Raimund Edy, Stadtrat Christian Buxhofer, Bürgermeister Wolfgang Labenbacher, der ehemalige Wirtschaftskammer-Bezirksstellenobmann Karl Oberleitner und Gemeinderätin Eva Meißnitzer (v. l.) Herbert und Gabriele Illmeyer (4. und 5. v. l.) für ihr Engagement der letzten Jahre. 
Privat

Das Ende einer Ära: 1981 übernahm Herbert Illmeyer die 1958 von seinem Vater Johann Illmeyer senior gegründete Fleischerei in der Bezirkshauptstadt. Nach über vierzig Jahren als selbstständiger Fleischermeister tritt Herbert Illmeyer mit 1. August nun die wohlverdiente Pension an und lässt den Rollbalken dauerhaft herunter. Das Geschäft schließt per 31. Juli – und damit der letzte Fleischer im Bezirk.

Markus Leopold, der Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer Lilienfeld, zeigt sich kämpferisch, doch noch einen Nachfolger am Standort zu finden: „Wir wollen uns damit nicht abfinden. Die zuständige Fachgruppe hat sich eingeschaltet und inseriert. Es gibt einige Interessenten.“ Konkrete Ergebnisse lassen bis dato allerdings auf sich warten, bestätigt Herbert Illmeyer, der sich über eine Übernahme der von ihm und seiner Gattin Gabriele erfolgreich geführten Fleischerei freuen würde.

„Drei Lehrlinge haben wir in den 40 Jahren ausgebildet.“ Fleischermeister Herbert Illmeyer

„Alle 40 Jahre waren positiv“, zieht der angehende Pensionist im NÖN-Gespräch zufrieden Bilanz – mit Ausnahme des Jahrhunderthochwassers 1997, das die Fleischerei schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte.

Ob Wirte, Vereine, Feuerwehren oder der „normale“ Einkäufer – die Illmeyer-Qualitätsprodukte fanden vielerorts jahrelang reißenden Absatz. Zudem trat der beliebte Fleischer auch als Ausbildner in Erscheinung. „Drei Lehrlinge haben wir in den 40 Jahren ausgebildet“, rechnet Illmeyer vor. Die Zeit in der Pension will er sich mit seiner Gattin Gabriele verstärkt dem Enkerl widmen – und dem Sport, vom Radfahren über das Berggehen bis hin zum Skifahren.

Während Herbert Illmeyer anlässlich des Abschieds in die Pension den Dank an seine vielen Kunden betont wissen will, kommt seitens der Gemeindeführung dickes Lob für die Unternehmerfamilie. „Über Jahrzehnte konnte sich die Bevölkerung Lilienfelds und darüber hinaus an den Fleischereiprodukten höchster Qualität von Herbert und Gabi Illmeyer erfreuen. Ein etablierter Nahversorgerbetrieb in unserer Stadt, der mit viel Engagement, Professionalität, Leidenschaft und Herzblut geführt wurde“, streut Vizebürgermeister Manuel Aichberger Rosen. Das Ehepaar Illmeyer sei mit der Fleischerei aber nicht nur für Einzelkunden, sondern auch für viele Institutionen, Betriebe und Vereine ein verlässlicher und geschätzter Partner gewesen. Aichberger betont: „Sollte sich ein Nachfolgebetrieb in Lilienfeld niederlassen wollen, ist diesem die volle Unterstützung der Gemeinde jedenfalls sicher.“

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