Bezirk Lilienfeld: Keine Proben in Sicht. Ob Laientheater, Blasmusik oder Chor: Proben gibt es dank Corona schon seit Monaten nicht. Veranstaltungen können nur unter Vorbehalt geplant werden.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:44)
Die Burgschauspieler Kaumberg hätten als nächstes eigentlich die Aufführung der „Pension Schöller“ geplant. Da derzeit nicht geprobt werden kann, werde daraus heuer wohl nichts mehr werden, sagt Apollonia Gandl.
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„Bis auf die Begräbnisse, die mit vier Leuten gespielt werden, passiert momentan nichts“, sagt Hubert Pfeiffer, Kapellmeister in Kaumberg und Bezirksobmann des Blasmusik-Verbandes. Das wäre seines Wissens bei allen Kapellen so: „Natürlich werden die Leute ungeduldig. Das ist eh klar. Aber es halten sich alle brav daran.“ Das weitere Vorgehen werde diese Woche im Landesverband besprochen.

Der Lilienfelder Abt Pius Maurer hält Musik und bildnerische Kunst gerade in Krisenzeiten für besonders wichtig, weil sie Menschen helfen, sich über die Sorgen und Probleme des Alltags hinauszustrecken auf das Schöne, Edle, Ewige. Angesichts der Corona-Vorsichtsregeln sei aber Flexibilität gefragt, auch im Hinblick auf die Gottesdienste vor und zu Ostern, wo voraussichtlich nur einzelne Sänger als Kantoren erlaubt sein werden.

„Kunst hilft über Sorgen und Probleme des Alltags hinweg.“ Abt Pius Maurer, Lilienfeld

Bezüglich der Durchführung von Sommer-Konzerten und der Sommerakademie im Stift ist der Abt aber optimistisch. „Es ist schon alles gedruckt. Auf der Homepage kann man sich anmelden“, geht auch die Leiterin der Sommerakademie, Karen de Pastel, von einem Start mit 4. Juli aus: „Es ist ein Wagnis, aber man kann immer kurz vorher absagen“, möchte de Pastel alles daran setzen, das 40-jährige Jubiläum nicht platzen zu lassen. Mit den Testmöglichkeiten solle das umsetzbar sein.

Auf rasche Durchführung der Impfungen hofft Gertrude Einsiedl, Leiterin des Ensembles Carpe Diem in Lilienfeld. Aus Verantwortung gegenüber den älteren Mitgliedern hat man das Proben schon vor zehn Monaten eingestellt. Dabei wäre der Bedarf groß: „Ich bekomme genug Nachrichten von meinen Leuten, dass ihnen das sehr abgeht!“

Das bestätigt auch Florian Pejrimovsky, Leiter des Stiftschores. Manche hätten seit dem Sommer nicht mehr gesungen. Er ist sich nicht sicher, ob man wieder alle Leute zusammenbringt, wenn man wieder proben darf: „Es hat ja geheißen, im März wird wieder nachgedacht. Dass man da für Ostern noch etwas macht, wird für ein Ensemble mit Laiensängern zu kurz sein.“ Die Feiertage werde man wohl mit Gesangssolisten bestreiten. 

Froh ist Pejrimovsky, dass die Musikschulen wieder Präsenzunterricht durchführen dürfen. „Die Qualität ist eine andere, als über Whats-App, Skype und Zoom. Die Schüler nehmen gerne einen Test auf sich, wenn sie dafür wieder Unterricht haben“, weiß er aus seiner Tätigkeit an den Musikschulen.

Ähnlich wie den Musikern ergeht es den Laientheatergruppen im Bezirk. Anna Czech vom Sommertheater St. Aegyd rechnet mit einem Probenbeginn mit Testauflagen nach Ostern: „Wir haben geplant, dass wir im Sommer eine Outdoorveranstaltung machen.“ Gegebenenfalls müsse man bei den Besucherzahlen flexibel sein, im Hinterkopf schwebe natürlich immer eine Absage.

Laientheater mit unsicherem Spieljahr 

Darauf möchte man sich bei den Kaumberger Burgschauspielern erst gar nicht einlassen. Proben gibt es derzeit keine. „Da hast du einen großen Aufwand, ein tolles Stück und dann darfst du es vielleicht gar nicht spielen“, sagt Obfrau Apollonia Grandl. Vorstellbar wäre für heuer höchstens ein Sketch- und Musikwochenende mit Regisseurin Uschi Nocchieri: „Das schaffen wir in einer kurzen Zeit auch.“

Die Theatergruppe Spielfeld aus Lilienfeld wird heuer kein Stück zur Aufführung bringen. „Wir sind da recht entspannt, weil es ja nicht unser Broterwerb ist. Wir hoffen, dass wir 2022 wieder aktiv sind“, so Vereinsobmann Merten Gareiss.