Hunderetter war rasch zur Stelle. Vierbeiner brach am Zebrastreifen zusammen. Raphael Böhm trug den Golden Retriever für Dame bis nach Hause.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. August 2018 (05:21)
Wohlmann
Herta Gonaus dankt Raphael Böhm, dass dieser Hund „Unkas“ aus der Gefahrenzone der B 20 getragen hat. „Das war doch selbstverständlich“, gibt sich der Tierfreund, selbst Hundehalter, bescheiden.

Retriever-Rüde „Unkas“ ist das Ein und Alles von Herta Gonaus. Er ist zwar „nur“ ihr Pflegehund, aber seit über einem Jahrzehnt kümmert sie sich rührend um den mittlerweile 15-jährigen Hunde-Senior.

Sie geht auch mit ihm regelmäßig Gassi, natürlich an die Witterung angepasst. „Ich versuche zu gehen, wenn es kühl ist“, sagt sie. Vor wenigen Tagen spürte der sanfte Hundeherr jedoch sein Alter. „Ich ging mit ihm über den Zebrastreifen und plötzlich brach er zusammen“, schildert sie die Schreckenssekunden. Als sie von zu Hause wegging, sei er im Verhalten ganz unauffällig gewesen.

„Es ist heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich, dass einem jemand hilft.“ Herta Gonaus, Hundebetreuerin

„Das war nicht ungefährlich, weil er mitten auf der Fahrbahn der B 20 lag. Ich versuchte, die Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen. Der Hund war mir zu schwer, als dass ich ihn hätte selbst aufheben und wegtragen können“, sagt sie. Doch dann erschien Raphael Böhm als Retter in der Not.

NOEN
Mitten am Zebrastreifen der B 20 im Traisner Ortskern verließen den über 30 Kilo schweren HundeSenior die Kräfte.

Der 28-Jährige, selbst Hundebesitzer, wohnt gleich in der Nähe. „Ich dachte, da wäre ein Hund von einem Auto angefahren worden und bin sofort hin“, erzählt er. Böhm nahm den Hund und trug ihn zuerst zum Gehsteig und weiter bis zur Wohnung von Gonaus in der nahe gelegenen Rauchenbergergasse.

Mittlerweile ist „Unkas“ genesen. „Es ist heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich, dass einem jemand hilft“, lobt Gonaus den Tierfreund.