20-Jähriger aus dem Bezirk Melk verschickte Nazi-Memes

Erstellt am 17. Jänner 2023 | 15:43
Lesezeit: 3 Min
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com
Über zwei Jahre hinweg empfing und versendete ein 20-Jähriger in einer Whatsapp-Gruppe Bilder und Sprüche, die den zweiten Weltkrieg verherrlichen und verharmlosen. Nun wurde er nach dem Verbotsgesetz verurteilt.
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Von 2019 bis 2022 soll ein 20-Jähriger aus dem Bezirk Melk Mitglied in einer Whatsapp-Gruppe gewesen sein, in der nationalsozialistische Bilder und Inhalte verbreitet wurden. Auch er selbst schickte Bilder und Sprüche in diese Gruppe. Dafür musste er am Landesgericht St. Pölten vor Richter und Geschworene treten.

Der junge Erwachsene wurde durch ein Online-Videospiel Mitglied der Gruppe. Persönlich soll er die anderen Teilnehmer gar nicht gekannt haben. Anfangs soll es in der Gruppe wirklich nur um das Videospiel gegangen sein. Nach ein paar Monaten wurde der Chat allerdings in "Deutsches Kaiserreich" umbenannt und es wurde immer mehr nationalsozialistische Inhalte verschickt. "Das mit dem Nationalsozialismus ist immer mehr geworden, immer ärgere Bilder", schilderte der Angeklagte. Zu Beginn hatte die Gruppe zwischen fünf und zehn Mitglieder, 2022 waren es über 50.

Auch der junge Mann schickte nationalsozialistische Memes, Sprüche und im Nationalsozialismus gängige Symbole, wie Hakenkreuze, in die Whatsapp-Gruppe. Memes sind, oftmals satirische, Inhalte, die vorrangig im Internet verbreitet werden. Meistens besteht ein Meme aus einer Kombination von Bild und Text, um Wortwitze zu unterstreichen.

"Was ich gemacht habe, war nicht richtig"

Beteiligt an der Verbreitung solcher Inhalte hatte sich der Angeklagte nur an zwei Tagen. Am 15. und 16. März schickte der junge Mann, wie viele andere Teilnehmer, insgesamt elf Postings in die Whatsapp-Gruppe. Beim 15. März handelt es sich um das Jubiläum Hitlers Rede am Heldenplatz zur Machtübernahme in Österreich. 

Der 20-Jährige gab an, sich während diese Zeit keine großen Gedanken über die Inhalte der Gruppe gemacht zu haben. In den Jahren, in denen er Mitglied war, hatte er mit großen emotionalen, sozialen und psychischen Problemen zu kämpfen. In der Gruppe fand er Ablenkung von seinen Gedanken und Gefühlen. Nachdem er in psychiatrischer Behandlung war, kann er nun sein Verhalten und seine Gedanken klarer sehen. "Was ich gemacht habe, ist nicht richtig", räumte der junge Mann ein.

Die Geschworenen befanden den 20-Jährigen einstimmig schuldig der Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetzt. Das Urteil fiel allerdings milde aus. Der Richter verurteilte den jungen Mann zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Außerdem wurden ihm Bewährungshilfe angeordnet und eine Weisung zu Psychotherapie und psychiatrischer Behandlung gegeben. Das Urteil ist rechtskräftig.

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