Mit der Segeljolle von Nöchling bis ins Schwarze Meer. Leo Leonhartsberger war mit seiner Segeljolle 25 Tage und 2.100 Kilometer lang von Nöchling bis zum Donaudelta unterwegs.

Von Anna Faltner. Erstellt am 08. September 2017 (05:00)
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Im Heimathafen nahe Nöchling einsteigen und mit einer vier Meter langen Segeljolle auf der Donau bis ins Schwarze Meer schippern.

Diesen lang gehegten Traum erfüllte sich Leo Leonhartsberger diesen Sommer. Ohne zu wissen, ob das Abenteuer gelingt, startete der 54-Jährige am 8. Juli bei Stromkilometer 2.066, wo er sein Boot die letzten 17 Jahre geparkt hatte. Und es gelang: Nach 25 Tagen und 2.100 Kilometern erreichte er sein Ziel, Sfantu Gheorghe in Rumänien.

Die Reise war aber keinesfalls einfach: Schon nach wenigen Metern – in der Schleuse Ybbs-Persenbeug – ging der Außenmotor kaputt. Bis nach Luberegg segelte er, dort wurde ein neuer Motor eingebaut. Auf sein nächstes Hindernis stieß Leonhartsberger bei Fischamend. „Beim Schwertkasten sind Dichtungen gebrochen. Freunde haben mir geholfen, den Schaden zu beheben. Ab dem Zeitpunkt war ich auf mich allein gestellt.“

Glück mit Wetter: Nur zwei Tage Gewitter

90 bis 100 Kilometer legte der Nöchlinger jeden Tag zurück. „Wenn es finster geworden ist, habe ich mir am Ufer einen Platz zum Schlafen gesucht“, schildert Leonhartsberger. Und das tat er in seinem Einmannzelt. Nur zwei Nächte verbrachte er aufgrund von heftigen Gewitterstürmen im Hotel.

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„Ansonsten hatte ich Glück mit dem Wetter. Ich musste nur einen Tag pausieren.“ Das Besondere an seiner Reise waren die Landschaft und die Menschen. „Jedes Mal, wenn ich Leute am Ufer gesehen habe, bin ich hingefahren. Alle waren sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Oft wurde ich von ihnen zum Essen eingeladen“, schwärmt er. Anschließend unterschrieben sich seine neuen Bekanntschaften auf dem Boot, das bis zum Ende der Reise mit Unterschriften übersät war.

Nachdem er Bratislava, Novi Sad, Belgrad und die Landschaft entlang der Donau bewundert hatte, war das Donaudelta dennoch der Höhepunkt. „Als ich angekommen bin, sind mir die Tränen gekommen. Neben mir ist ein Delfin aufgetaucht. Es war landschaftlich wunderschön und berührend. Das Donaudelta ist ein reines Vogelparadies“, schildert Leonhartsberger.

Die Heimreise trat der Autobusfahrer im Zug an. Das 45 Jahre alte Boot ließ er in Rumänien zurück. „Mir war von Anfang an klar, dass es die letzte Reise mit meiner Segeljolle wird. Ich wollte die Natur erleben. Und das habe ich geschafft“, betont er. Für das kommende Jahr plant der Nöchlinger bereits sein nächstes Abenteuer: mit dem Schlauchboot vom Schwarzwald aus die Donau hinunterzufahren.