Nöchlinger erfüllt sich Traum im Ruderboot. Nach seinem Trip zum Schwarzen Meer stürzte sich Leo Leonhartsberger ins nächste Abenteuer, von Hausen nach Ysperdorf. Die Hälfte der 650 Kilometer ruderte er selbst.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 06. Oktober 2019 (04:34)
maps4news.com; Illustration: Norbert9/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Konventioneller Erholungsurlaub ist für den Nöchlinger Leo Leonhartsberger nichts. Wenn andere die Seele am Strand baumeln lassen, fühlt sich der Bootsfahrer aus Leidenschaft auf den Flüssen dieser Welt am allerwohlsten. „Da bekommt man den Kopf frei“, schwärmt er, „da entflieht man dem Hamsterrad.“

Besonders gern schippert er entlang der Donau. „Sie hat mich immer schon fasziniert“, erzählt der 56-Jährige. Vor zwei Jahren stieg er in Ysperdorf, seinem Heimathafen nahe Nöchling, auf seine Segeljolle und reiste rund 2.100 Kilometer ins rumänische Sfantu Gheorghe ans Schwarze Meer.

Diesen Sommer startete er ins nächste Abenteuer: von Hausen im Tal in Deutschland die obere Donau entlang bis zurück in die Heimat (siehe Grafik). 650 Kilometer, 14 Tage Zeit – und dieses Mal trug ihn nicht der Wind, sondern Muskelkraft. Rund die Hälfte der Reise ruderte er in seinem Paddelboot. „Das war natürlich schon irre anstrengend“, lacht Leonhartsberger. „Aber die Schönheit der Landschaft lassen das alles vergessen.“

Pech hatte der Nöchlinger nur am Anfang seiner Reise, denn das Wetter spielte nicht mit. Die ersten drei Tage schüttete es wie aus Eimern. „Ich war nass bis auf die Knochen. Damit ich wenigstens in der Nacht nicht nass wurde, schlug ich mein Lager unter Brücken auf“, berichtet Leonhartsberger.

Straffer Zeitplan für Abenteuerreise

Um in zwei Wochen wieder zurück zu sein, hatte er sich einen straffen Zeitplan gesetzt. Jeden Tag stand er gegen sechs Uhr auf, stieg aufs Boot und ruderte, bis die Sonne tief stand. Dann suchte er sich am Ufer einen geeigneten Platz für sein Zelt, schlug das Lager auf und grillte sein Abendessen über dem Lagerfeuer. „Hin und wieder ging ich in ein Restaurant. Etwa, als ich mir Regensburg angeschaut habe“, erzählt der Abenteurer. Rund 30 Kilogramm wog sein Gepäck: Gewand, Camping-Equipment, Kamera, Handy – das war‘s.

Ergriffen zeigt er sich von der Gastfreundschaft der Menschen, der er auf seiner Reise begegnete. „Ich hatte tolle Gespräche, manche brachten sogar selbstgekochte Mahlzeiten vorbei.“ Noch beeindruckt von seinen vielen Erlebnissen plant Leonhartsberger aber schon die nächste Reise. „Entlang der Mur würde ich gerne fahren – dort, wo sie in die Donau mündet!“