Erstellt am 12. Januar 2017, 05:00

von Claudia Christ

„Noch keine Tiere auf Grünbrücke gesichtet“. Vor einem Jahr wurde die Grünbrücke an der A1 in Ybbs fertiggestellt. Bislang wurde diese von Wildtieren noch nicht genützt. ASFINAG ist dennoch vom Projekt überzeugt.

Laut ASFINAG soll künftig Rotwild – wie hier am Beispielfoto – auch die Grünbrücke in Ybbs überqueren.  |  ASFINAG

Im November 2015 wurde die Grünbrücke über die A1 in Ybbs fertiggestellt. Mit diesem 4,5 Millionen Euro teuren Bauwerk will die ASFINAG ihrer Verantwortung gegenüber der Natur nachkommen und mit der Querungshilfe für Wildtiere den Hauptkorridor Kalkalpen-Tschechien wieder öffnen.

Schon in der sechsmonatigen Bauzeit wurde die Sinnhaftigkeit der Brücke von Jägern und Autofahrern angezweifelt.

"Professionelles Monitoring erst im Entstehen"

Ein Jahr später wollte die NÖN von der ASFINAG wissen, ob die 60 Meter breite Brücke von den Wildtieren wie Rothirsch, Bär Wolf und Luchs angenommen wird? „Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Grünbrücken insgesamt sehr gut angenommen werden. In Ybbs ist das professionelle Monitoring durch Kameras gerade erst im Entstehen“, so die Pressestelle des Unternehmens.

Es brauche eine gewisse Zeit, bis nach der Fertigstellung der Brücke auch die Begleitmaßnahmen wie das Setzen von Sträuchern, Bäumen und das Einrichten eines Leitsystems, greifen würden.

Vorzeigeprojekt: Brücke an der A4

„Wir haben bislang in diesem Bereich noch kein Rotwild gesichtet“, so Anton Fitzthum, Hegeringleiter in Petzenkirchen-Bergland. Ob das Projekt für ihn sinnvoll ist, beantwortet Fitzthum so:

„Wir wissen nicht ,wie es wäre, wenn es diese Alternative nicht gäbe.“ Als Vorzeigeprojekt nennt die ASFINAG-Pressesprecherin die Grünbrücke an der A4 (Ost-Autobahn) nahe Arbesthal: „Bereits ein Jahr nach der Inbetriebnahme des Foto-Monitorings wurde hier das erste Rotwild beobachtet. Wir sind also auch bei der Grünbrücke Ybbs sicher, dass sie Anklang finden wird.“