Auch die Melker Bezirks-Narren haben 2021 Pause. Das bunte Treiben fällt heuer flach. Organisatoren im Bezirk konzentrieren sich aufs nächste Jahr.

Von Markus Glück, Michael Bouda, Denise Schweiger und Friedrich Brandstetter. Erstellt am 03. Februar 2021 (05:21)
Corona war zu Fasching in Texingtal einen Schmäh wert – ein Jahr später dominiert das Virus unser Leben.  : Bouda 
Bouda 

Konfettiregen, Musik schallt durch die Straßen, der Faschingsumzug durch Texingtal schiebt sich langsam, aber feiernd durch den Ort. Eine größere Gruppe, maskiert und in Schutzanzügen, setzt – mit einem Augenzwinkern – erste Anti-Covid-Maßnahmen, verteilen etwa Desinfektionsmittel. Corona, das war am Faschingdienstag 2020 im Bezirk Melk vorrangig eine mexikanische Biermarke – und ein neuartiger Virus, der im weit entfernten China grassierte.

Knapp drei Wochen nach dem Faschingdienstag ändert sich das. Corona erreicht Österreich, Mitte März tritt der erste Lockdown in Kraft. Die anhaltende Covid-Pandemie – und der mittlerweile dritte Lockdown – lassen dieses Jahr weder Faschingsumzüge noch Kinderfaschingspartys zu – die Kostüme bleiben im Schrank, das Konfetti in der Tüte.

Umzüge und Partys sind allesamt abgesagt

Der große Faschingsumzug in Melk lockt Jahr für Jahr zahlreiche Narren in die Stadt. Dem ist heuer nicht so – sehr zum Bedauern von Organisator Gerhard Schuberth, der aber eine Fortsetzung im Jahr 2022 verspricht. Er ist aber froh darüber, dass der Umzug im Vorjahr stattfinden konnte. „Der Fasching war damals fast zeitgleich mit Ischgl. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte ein Ischgl-Urlauber in Melk den Virus bei der Party gestreut. Wir wären in allen Medien gestanden“, glaubt Schuberth.

Auch in Pöchlarn fällt der Umzug heuer flach, die Narren müssen zu Hause bleiben. „Nächstes Jahr wird‘s dafür hoffentlich doppelt so laut und doppelt so bunt“, zeigt sich Organisatorin Jasmin Fuchs optimistisch.

Strahlende Gesichter sind im Fasching sonst in der Volksschule Ruprechtshofen zu sehen, wenn die Klassen jeweils unter einem anderen Motto am gemeinsamen Umzug durch Ruprechtshofen und St. Leonhard teilnehmen. Das Spektakel fällt dieses Jahr aus.

„Eventuell werden wir aber klassenweise etwas in der Schule machen“, erklärt Volksschuldirektorin Susanna Auer, dass die Kinder zum Fasching möglicherweise verkleidet in die Schule kommen können. Dabei dürfe aber nur im Klassenverband der Fasching begangen werden, weil generell darauf geachtet werde, dass es wegen des Infektionsrisikos keine „Durchmischung“ gebe, wie Auer erläutert.

Der Fasching in Hofamt Priel wird im Zuge der Hofamt Prieler Festtage gefeiert. Die Sitzungen hätten im Herbst 2020 – zu Faschingsbeginn – im Gemeindezentrum stattgefunden. Mit Kabaretts wollte man sich auf die Faschingszeit einstimmen. Wegen der Pandemie war das vor einigen Monaten nicht möglich.

Beate Buchberger organisiert diese Veranstaltungen. „Gerade versuchen wir, die Festtage für die nächste Saison, also Hebst 2021, zu planen. Wir wollen die Kabarettistengruppe neu aufstellen. Wenn die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden, können wir gemeinsam proben“, erklärt sie.

Im Gegenzug zu den Festtagen findet der Kinderfasching traditionell vor dem Aschermittwoch statt. Diese Events gibt es heuer Corona-bedingt ebenso nicht, erzählt Buchberger. Man freue sich aber wieder auf die bunten Vorbereitungen und den Spaß, wenn die Pandemie vorbei ist, sagt sie.

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