SPÖ-Stadtrat: „Lasse Melk nicht ins braune Eck stellen“. Unabhängig voneinander setzen SPÖ und Gedenkverein Merkwürdig Schritte gegen „braunen Sumpf“.

Von Markus Glück. Erstellt am 11. Februar 2020 (05:27)
SP-Stadtrat Jürgen Eder (li.) ruft einen Runden Tisch zum Thema Rechtsextremismus ins Leben. Merkwüdig-Obmann Alexander Hauer (re.) will Politik und Bürger sensibilisieren. Fotos: Franz Gleiß
Franz Gleiß

Im Herbst trat FP-Bezirkssprecher Martin Huber nach einem Geburtstagsgruß an Adolf Hitler auf Facebook zurück, daneben sorgten auf Facebook gelikte Neonazi-Symbole einiger FP-Funktionäre im Bezirk für Aufregung. Im November stolperte der Loosdorfer Obmann Manuel Lambeck nur wenige Tage nach der Ernennung zum Spitzenkandidaten über ein Video mit Hitlergruß.

SP-Stadtrat Jürgen Eder ruft einen Runden Tisch zum Thema Rechtsextremismus ins Leben.
Gleiß

Nachdem der künftige Ex-FP-Gemeinderat Josef Sulzberger im Rahmen der NÖN-Wahldebatte eine klare Distanzierung zum Faschismus vermissen ließ und der Listensechste der FPÖ Melk zwei Neonazi-Gruppierungen auf Facebook mit „Gefällt mir“ unterstützte, gehen die Melker SPÖ und der Gedenkverein Merkwürdig unabhängig voneinander in die Offensive.

Umgehend nach Bekanntwerden der neuerlichen „Einzelfälle“ rief SP-Parteichef Jürgen Eder einen Runden Tisch zum Thema „Rechtsextremismus und Demokratie“ ins Leben. Dieser soll am 11. März in der Arbeiterkammer Melk über die Bühne gehen und dabei Vertreter aller Parteien und NGOs beinhalten.

SPÖ will Bürger für Thema sensibilisieren

„Nach den dauernden Verfehlungen der FPÖ in Melk habe ich als Stadtrat genug davon, dass meine Heimatstadt ständig ins braune Eck gestellt wird“, betont Eder. Er möchte die Stadtpolitiker, aber auch alle Bürger für das Thema sensibiliseren.

Merkwüdig-Obmann Alexander Hauer will Politik und Bürger sensibilisieren.
Franz Gleiß

Indes plant auch der Gedenkverein Merkwürdig rund um Obmann Alexander Hauer eine Informationskampagne für angehende Gemeinderäte und in weiterer Folge auch für Bürger in der Region. „Wir wollen die Politiker und die Menschen sensibilisieren und zeigen, welche Zeichen es gibt“, erklärt Hauer. Ihm geht es aber auch um die „verschobene Sprache“¨– in gewissen Kreisen wird das Wort „Gutmensch“ als böses Wort verwendet – und um einen respektvollen Umgang. „Es ist Handlungsbedarf gegeben, der Prozess ist schleichend“, meint Hauer.

Bis zum Frühjahr will der in Melk ansässige Verein Merkwürdig gemeinsam mit dem Mauthausen-Komitee und Experten aus Oberösterreich ein vernünftiges Konzept erstellen.