Schulzentrum Ybbs: Leere Matura abgegeben. Zwei Schüler der IT-HTL gaben dank „Zweier“ im Abschlusszeugnis leere Maturaarbeit ab. Konsequenzen drohen ihnen nicht. Dank Corona-Sonderregelung sind sie positiv.

Von Markus Glück. Erstellt am 26. Mai 2020 (18:48)

Nur kurz dauerte die Matura für zwei Burschen an der IT-HTL in Ybbs. Sie gaben nach nur wenigen Minuten einen leeren Zettel ab und verließen den Klassensaal.

Hintergrund ist, dass aufgrund einer Corona-Sonderregelung ein Durchfallen mit einem Dreier im Abschlusszeugnis der letzten Klasse bei der Matura trotz eines „Fünfers“ nicht mehr möglich ist. Beide Burschen hatten im Abschlusszeugnis ein „Gut“ - ein Durchfallen war daher trotz leerer Maturaarbeit nicht mehr möglich.

Auf NÖN-Anfrage bestätigt Schulzentrum-Direktor Rainer Graf einen diesbezüglichen Kurier-Bericht. „Mich ärgert das Verhalten. Ich bin ein leistungsorientierter Mensch und die getroffene Lösung bezüglich der diesjährigen Matura ist mehr als unglücklich“, sieht Graf seine Schule jetzt zu Unrecht in den medialen Schlagzeilen.

Laut dem Direktor ist ein derartiges Fehlverhalten mancher Schüler beinahe in jeder Schule passiert: „Viele Direktoren haben das kommen gesehen. Man hätte bei der ursprünglichen Lösung, wo die Abschlussnote 30 Prozent und die Maturanote 70 Prozent gegolten hätte, bleiben sollen.“

Im Schulzentrum Ybbs haben die „Corona-Sonderregelung“, die nur in diesem Matura-Jahr gilt, laut dem Direktor nur zwei von 65 Schülern ausgenutzt. Konsequenzen drohen ihnen nicht, auch wenn ein schaler Beigeschmack bleibt. „Das sind eigentlich zwei gute Schüler. Sie wollten die Zeit lieber nutzen, um für die Mathe-Matura zu lernen“, wundert sich Graf über das Verhalten.