Aufregung um Schulbesuch im Rathaus. Aufregung herrscht bei Grünen und SPÖ über einen Schulvortrag von VP-Stadtchef Patrick Strobl vor Schülern des Stiftsgymnasiums im Vorfeld des Gemeinderatswahlkampfes.

Von Markus Glück. Erstellt am 23. Januar 2020 (17:36)
Stiftsgymnasium Melk

Im Rahmen des Unterrichtsfaches „Geschichte und politische Bildung“ besuchten zwei Klassen der siebenten Schulstufe das Rathaus. Dabei informierte der Stadtchef über die vielfältigen Aufgaben einer Gemeinde und des Bürgermeisters und bat die Jugendlichen unbedingt an der Gemeinderatswahl in ihrer jeweiligen Heimatgemeinde teilzunehmen.

Als die Grünen und SPÖ von der Veranstaltung Wind bekamen, wandten sie sich an die NÖN. „Vor jeder Wahl das gleiche Spiel. Wie zuletzt bei der Nationalratswahl missbrauchen jetzt auch VP-Politiker die Gemeinderatswahl und das wichtige Schulfach ,Politische Bildung‘ für ihre Zwecke“, ärgert sich SP-Stadtrat Jürgen Eder. Der SP-Spitzenkandidat findet es auch schade, dass es keine Einladung für die anderen Parteien gegeben hat: „Man spricht immer von Miteinander, aber in diesem Fall ist davon keine Rede.“

"Unglücklicher Zeitpunkt"

 Von einem „unglücklichen Zeitpunkt“ des Besuches spricht Grünen-Spitzenkandidaten Bettina Schneck: „Natürlich ist das Mitten im Wahlkampf eine Superplattform für die ÖVP und den Bürgermeister.“ Für Grünen-Bezirkschef Emmerich Weiderbauer müsste es eigentlich selbstverständlich sein, dass bei derartigen Terminen kurz vor der Gemeinderatswahl alle Parteien eingeladen werden: „Diese Situation habe ich auch als Bildungssprecher der Grünen im Landtag immer kritisiert. Es ist schade, dass so etwas immer wieder passiert.“

Konfrontiert mit den Vorwürfen betont das Stadtoberhaupt, dass er von einer Lehrkraft kontaktiert wurde, dass die Schüler im Rahmen des Unterrichts gerne das Rathaus besuchen möchten: „Dabei habe ich über die Aufgaben als Stadtchef und der Gemeinde gesprochen. Es gab dort keine Wahlwerbung und ich habe nichts von der ÖVP gesagt.“

Stiftsgymnasiums-Direktor Anton Eder betont, dass die Veranstaltung nichts mit der Gemeinderatswahl zu tun hatte und es um eine Information über Gemeindepolitik ging: „Ich gebe zu, der Zeitpunkt war ungeschickt, daraus aber etwas zu konstruieren, ist lächerlich.“