Region Mank: Freispruch nach Vorwurf der Kindesmisshandlung

Ein 47-Jähriger, den seine Ex-Freundin schon einmal falsch beschuldigt hatte, soll seine kleine Tochter misshandelt haben. Er beteuert, er war es nicht. Freispruch wegen fehlender Beweise.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 03:32
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Gericht Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild)

Am Landesgericht St. Pölten kam eine Verhandlung zum Ende, die sich seit Dezember hingezogen hatte. Wie in der NÖN berichtet, hatte eine Frau aus dem Bezirk Melk ihrem Ex-Lebensgefährten vorgeworfen, die gemeinsame, damals fünfjährige Tochter über Monate hinweg bedroht und misshandelt zu haben. Denn diese habe ihm zu viel geweint und sei ihm zu laut gewesen. Er wies die Anschuldigungen zurück und bleibt auch beim nächsten Verhandlungstermin dabei: „Ich könnte meiner Tochter niemals wehtun!“

Die Verhandlung wurde vertagt, um eine letzte Zeugin einzuvernehmen – die Nachbarin der Familie. Unter ihrem Einfluss habe ihn die Ex-Freundin überhaupt erst angezeigt, so der Angeklagte beim letzten Verhandlungstermin. Und die Aussage der Nachbarin ändert viel. Sie gibt nämlich zu, dass sie bei der ersten Einvernahme bei der Polizei gesagt habe, was ihr die Ex-Freundin des Mannes und die Kinder erzählt hatten. Sie selbst hatte weder Schläge noch Stöße oder zuordenbare blaue Flecken gesehen. Geschrei habe sie oft von ihm gehört, auch von der Ex-Freundin. Sie habe der Familie aus gutem Glauben heraus helfen wollen. Dann sollen aber angeblich die Ex-Freundin des Mannes sowie deren Kinder ihr gegenüber gesagt haben, dass alle Anschuldigungen falsch seien und sie habe da nicht mehr mitmachen wollen. Seitdem werde sie von der Frau terrorisiert, so die Nachbarin. Ihr droht nun selbst eine Anzeige wegen falscher Beweisaussage.

Das angebliche Opfer, die kleine Tochter, hatte sich schon beim letzten Mal der Aussage entschlagen. Der Stiefsohn des Mannes sagte, er habe schon ein paar Mal gesehen, wie der Angeklagte das Mädchen an den Armen gepackt und in ihr Zimmer gezerrt habe und bestätigt, dass es viel Geschrei zwischen dem Vater und der Tochter gab. Eigentlich bleibt laut Richter aber nur die Aussage der Mutter übrig. Und die hat ihren ehemaligen Lebensgefährten schon einmal falsch beschuldigt, ihren Sohn misshandelt zu haben. Auch damals wurde er freigesprochen und sie wegen falscher Beweisaussage verurteilt. Nur ihre Aussage ist also nicht genug, um jemanden deswegen zu verurteilen. Selbst der Staatsanwalt beantragt in diesem Fall am Ende einen Freispruch. Der Schöffensenat berät kurz, dann kann der Mann als freier Mensch nach Hause gehen. Er hat mittlerweile eine neue Partnerin.