Melk

Erstellt am 23. Mai 2018, 03:40

von Jutta Streimelweger

Ein „himmlisches“ Jubiläum in Melk. Tosender Applaus, gefüllte Plätze, Standing Ovations: Seit 40 Jahren erklingen im Stift Melk barocke Klänge: Mit einem gebührenden Programm wurde das Jubiläum an fünf Tagen gefeiert.

„Es waren Tage voller Einklang, voll Begeisterung – ein großartiges Miteinander, Grenzen überwindend. International und gleichzeitig familiär – und wie Pfingsten begeisternd“, fasst Intendant Michael Schade zusammen. Und auch Wachau. Kultur.Melk-Geschäftsführerin Elisabeth Weigand ist mehr als zufrieden: „Das 40-jährige Jubiläum war einfach fantastisch.

Wir konnten mit über 4.200 Besuchern ein Rekordjahr verzeichnen. Nahezu alle Konzerte waren ausverkauft.“ Auf den Lorbeeren ausruhen will sich aber niemand. Wie die Planungen für das nächste Jahr laufen, berichtet der Künstlerische Leiter Alexander Hauer: „2019 ist beinahe fertiggestellt, es gilt nur noch an ein paar lose Schrauben zu drehen. Eigentlich arbeiten wir schon an 2020 und wir sind überzeugt – es wird wieder fulminant.“

Eine Reise durch das barocke Universum

Thematisch entführt der Konzertreigen in ein barockes Universum. Den Auftakt bildet der Urknall – „Die Schöpfung“ aus der Feder von Joseph Haydn. Schade selbst stand gemeinsam mit Anna Lucia Richter und Florian Boesch auf der Bühne, umrahmt vom Klang von Concentus Musicus Wien, Salzburger Bachchor und Stifts-Chor.

Eine Kombination aus Musikgenuss und Streitgespräch gab es dann bei „Vom Ursprung des Lebens“: Biochemikerin Renée Schroeder und Theologe Arnold Mettnitzer lieferten sich ein Tauziehen – moderiert vom Künstlerischen Leiter Alexander Hauer.

Weiter ging es vom „Klingenden Planetarium“ über „Mond und Sterne“ bis hin zur nächtlichen Sternstunde „Harmonia Universalis“ mit dem Ensemble Castor. „Zwischen Himmel und Erde“ bewegte sich dann Concerto Copenhagen unter der Leitung von Lars Ulrik Mortensen, „gewaltig“ brachte das Kroatische Barockensemble um Laura Vadjon – eine Virtuosin auf der Geige – „La Tempesta Di Mare“ in die Pfarrkirche.

Bei einer musikalischen Spurensuche durch die Alte und Neue Welt entführte die Weltklasse-Mezzosopranistin Bernarda Fink nach Lateinamerika. Orgelmusik dominierte getreu dem Konzerttitel bei „Pfeifende Winde“, wobei alle Orgeln des Stifts zu hören waren.

Festkonzert mit Starbesetzung zum Abschluss

Natürlich wurde auch der 350. Geburtstag von François Couperin Teil der Barocktage: Violinist Hiro Kurosaki und Wolfgang Glüxam am Cembalo ließen das barocke Frankreich im Zuge von „L‘univers francais“ aufleben.

Ein außergewöhnliches Schmankerl wartete fast am Schluss: Jazz gepaart mit Barock gab es mit „Offroad Barock“ – als Vorlage dienten Werke von Bach und Händel.

Das Finale bildete ein Festkonzert mit Starbesetzung: Bernarda Fink kehrte mit Michael Schade sowie Hiro Kurosaki und Wolfgang Glüxam auf die Barockbühne zurück. An der Orgel begeisterte Ines Schüttengruber, ein Klangerlebnis bereiteten Concentus Musicus Wien, Schwanthaler Trompetenconsort und Salzburger Bachchor.