Baugründe: Begehrt & begrenzt.  Leistbarkeit der Grundstücke variiert auch im Bezirk Melk, die Nachfrage ist dennoch hoch, die Auswahl aber begrenzt.

Von Lisa Schinagl. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:11)
Quelle & Karte: OGM

Während der Pandemie zog es viele Menschen aufs Land – und somit auch in den Bezirk Melk. Die Gemeinden durften sich zuletzt über reges Interesse freuen. Neben unterschiedlicher Baugrundstückspreise, steht so manche Gemeinde vor den Herausforderungen, den Bedarf derzeit nicht decken zu können. 

Eine Analyse der OGM untersucht die Leistbarkeit von Baugründen anhand der Frage: Wie viele Quadratmeter Baugrund sind mit einem Jahresgehalt leistbar? Dabei zeigt sich, dass etwa die Gemeinden Melk, Emmersdorf, Loosdorf, Bergland und Blindenmarkt zu jenen  gehören, wo sich Einwohner in Relation zum Jahresgehalt weniger Quadratmeter leisten können. Andere Gemeinden wie Leiben, Pöggstall oder Ruprechtshofen verzeichnen ein gegenteiliges Verhältnis. 

Emmersdorfs BNE-Bürgermeister Richard Hochratner erklärt sich diese Verhältnismäßigkeit aus der hohen Nachfrage an Baugründen und dem aktuell limitierten Angebot. „Wir hätten zwar genug Baugründe, diese sind aber in privater Hand“, bedauert der Ortschef. Die Gemeinde sei aber bestrebt, etwaige Umwidmungen vorzunehmen. Das Interesse an Emmersdorf ergibt sich für Hochratner aus der Lage der Gemeinde inmitten der Wachau, der guten Infrastruktur und zahllosen Freizeitmöglichkeiten: „Es ist alles da“, verspricht er.

Eine gute Infrastruktur bietet auch Blindenmarkt, erklärt Amtsleiter Alois Reithner. Nahegelegene Städte wie Ybbs und Amstetten sowie die Natur rund um die Auseen machen die Gemeinde zusätzlich attraktiv. Zwei bis drei Anfragen nach Grundstücken soll es wöchentlich geben, darauf trifft aber das Problem, dass „der Bedarf kaum zu decken ist“, schildert er. Großes Interesse, sich in der Gemeinde niederzulassen, gibt es ebenso in Bergland, beschreibt ÖVP-Bürgermeister Walter Wieseneder. „Wir haben in diesem Jahr bereits einige Gründe verkauft“, erklärt er.

Ich freue mich, dass unser Nachwuchs hier günstig bauen kann Leibens SPÖ-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz

Besonders erfreulich sei die Tatsache, dass es viele junge Leute in den Ort zieht, um sich einen Baugrund zuzulegen, denn Bergland sei „keine Wohnungsgemeinde“, stellt er fest. Die Gemeinde habe außerdem noch Reserven in petto. Wieseneder sieht in der Anbindung zu Autobahn und Bahnhof sowie in der Nähe zu Wieselburg und Ybbs einen Vorteil.

Leibens SPÖ-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz zeigt sich erfreut, dass Baugründe in der Gemeinde im Vergleich zu anderen kostengünstiger erhältlich sind: „Ich freue mich, dass unser Nachwuchs hier günstig bauen kann“. Derzeit stehen dem Ort weniger Parzellen zur Verfügung, Umwidmungen seien aber in Planung, erzählt sie. Der Vorteil der Gemeinde ist für Schwarz klar: „Wir sind noch ländlich, haben aber gleichzeitig nicht weit zur Autobahn.“

Das „teuerste Pflaster“ im Bezirk ist laut der OGM-Analyse die Stadtgemeinde Melk. Wer sich in der Gemeinde ein Eigenheim bauen möchte, muss durchschnittlich mit 106 Euro pro Quadratmeter rechnen.  Mit den Baurechtsgründen auf Grundstücken des Stifts Melk im Süden der Gemeinde wurde zuletzt Zuzugsgebiet geschaffen. Dort steht eine Gesamtfläche von 22.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Das Projekt ist in der Stadtgemeinde ein heiß diskutiertes Thema: Aktuell gibt es neue Überlegungen für das Entwicklungsgebiet, mehr dazu lesen Sie auf den Seiten 12 und 13. „Es ist mir wichtig, dass wir neben dem Wohnungsbau, der durch die Genossenschaft stetig vorangetrieben wird, auch leistbare Baugründe anbieten können – und genau dies ist uns somit gelungen“, zeigt sich der Stadtchef optimistisch.

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