Bedrohung im Netz. MELK / Zahlreiche Kettenbriefe, versendet via „WhatsApp“, beunruhigen in Melk Eltern, Schüler und den Schuldirektor.

Erstellt am 25. März 2014 (23:59)
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Mysteriöse Kettenbriefe kursieren derzeit unter Schülern und Jugendlichen. Die Polizei rät: „Sofort löschen und nicht weiterleiten“.
NOEN, Bauer
Von Claudia Christ

„Wenn du diesen Kettenbrief nicht an mindestens 20 Kontakte weiter schickst, wirst du mich heute Nacht um Punkt 24 Uhr in deinem Zimmer finden. Ich werde in einer Ecke stehen und dich die ganze Nacht beoachten.....“, solche und ähnliche Drohungen erhielten in letzter Zeit Schüler des Melker Stiftsgymnasiums über das Forum „WhatsApp“.

„Eine Mutter und Kollegin hat das an mich herangetragen. Die Nachrichten sind besonders für die Jüngeren beängstigend“, zeigt sich Direktor Anton Eder vom Stiftsgymnasium Melk besorgt. Dass einige Schüler nachts aufgrund dieser Mails mit Schlafstörungen zu kämpfen haben, ist angesichts der brutalen Wortwahl wohl nicht verwunderlich.

Urheber sind kaum auszuforschen

Auch für Chefinspektor Karl Nestelberger vom Bezirkspolizeikommando Melk ist diese Art der Kettenbriefe neu: „Ich kenne auch schon viele Briefe, aber derartig brutale haben meine Kollegen und ich auch noch nicht gelesen“, so Nestelberger gegenüber der NÖN und ergänzt, „es wird mit Sicherheit Personen geben, die sich davon einschüchtern lassen und die Briefe weiterschicken.“

Vor dem Strafgesetzbuch sind solche und ähnliche Delikte als Nötigung § 105 StGB oder schwere Nötigung § 106 StGB zu ahnden. Das Gesetz schreibt vor: Wer jemand mit Gewalt oder gefährlicher Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen. Bei schwerer Nötigung oder wenn man mit dem Tod droht, beträgt das Strafausmaß sechs Monate bis fünf Jahre.

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NOEN, Bauer

Doch die Aussicht, die Täter dingfest zu machen, ist laut Nestelberger sehr gering: „Auch bei einer Anzeige ist es für uns besonders schwierig, die Urheber auszuforschen.“ Er rät den Betroffenen, solche Mails sofort zu löschen und nicht weiterzuschicken. Auch ein aufklärendes Gespräch der Eltern mit ihren Kindern kann vor möglichen seelischen Schäden schützen.