Vom Flüchtling zum Top-Friseur in Petzenkirchen. Seit fast drei Jahren lebt Johnny Arzz bereits in Österreich, richtig rund läuft es für den Syrer aber erst, seit er als Männerfriseur bei „Le Figaro“ arbeitet.

Von Philipp Haunschmid. Erstellt am 07. August 2018 (04:42)
Haunschmid
Geschäftsführer Jürgen Gartner ist stolz auf seinen Mitarbeiter Johnny Arzz.

„Ich bin extrem froh, dass wir Johnny haben. Es ist für beide Parteien eine Win-win-Situation und ich habe für meinen Friseursalon einen tollen Mitarbeiter dazubekommen“, schwärmt „Le Figaro“-Inhaber Jürgen Gartner von seinem Schützling.

Ende des Jahres 2015 kam Johnny Arzz als Flüchtling nach Österreich. Notgedrungen. Aus seiner Heimat Syrien wurde er, wie viele andere auch, vom Krieg vertrieben. Mit seiner Familie floh er zuerst in den Libanon, bevor es dann 2015 – ohne Familie – nach Österreich ging. Nach zwei schwierigen Jahren bot sich im Oktober 2017 die perfekte Gelegenheit für den Syrer, zu arbeiten.

„Ich habe sein Talent sofort erkannt und nach nur einem halben Tag gesagt, dass er auf jeden Fall bei uns bleibt.“Jürgen Gartner

„Bis dahin hatte ich keine Arbeitserlaubnis und hatte nur die Chance einen einzigen Deutschkurs zu machen“, erklärt Johnny. Über Bekannte erfuhr Jürgen Gartner von dem jungen Mann, der bereits in seiner Heimat als Friseur gearbeitet und sogar ein eigenes Friseurgeschäft geführt hatte:

„Eigentlich sollte er bei uns nur mal zur Probe arbeiten, damit ich ihn dann weitervermitteln kann. Ich habe sein Talent aber sofort erkannt und nach nur einem halben Tag gesagt, dass er auf jeden Fall bei uns bleibt.“ Nachdem der Syrer zu Beginn für 20 Stunden eingestellt wurde, bekam er schon nach zwei Wochen eine 40-Stunden-Anstellung. Der syrische Friseur bietet seinen Kunden ein Komplettpaket: von Haarschnitt über Moderasur bis zur Gesichtsmassage.

Nicht nur im Job läuft es für den 35-Jährigen seit seiner Anstellung bei „Le Figaro“ besser. Gemeinsam mit der Hilfe seines Chefs konnte er nach unzähligen Telefonaten mit der zuständigen Botschaft im Jänner seine Frau und seinen Sohn nach Österreich holen. Gemeinsam lebt die Familie jetzt in Ybbs.