Models zeigten Hoschek-Kollektion auf Schloss Pielach. Künstler Johann Wenzel Bergl entführt im Schloss Pielach bei Melk in seine fantastische Welt. Zuletzt posierten Models vor den Fresken – für die neue Kollektion von Lena Hoschek.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:02)

Der Rock schwingt beim ersten Schritt des Models, der florale Stoff tanzt um ihre Beine. Im Hintergrund strecken sich paradiesische Pflanzen bis zur Decke, ein Tiger, ein Kranich und ein Dromedar zieren die Wand. Für das Shooting ihrer neuen Kollektion „Antoinette’s Garden“ war die Grazer Star-Modedesignerin Lena Hoschek auf der Suche nach einem Garten – im Schloss Pielach in Melk wurde sie fündig.

„Ich bin auf das Bergl-Zimmer in Schönbrunn gestoßen und in meiner weiteren Recherche auf das Schloss Pielach. Wir sind mit dem Ergebnis der Shootings sehr zufrieden und überglücklich, dass wir dort fotografieren durften“, sagt die international erfolgreiche Modemacherin auf NÖN-Anfrage.

Die fantastischen Fresken des Barockmalers Johann Wenzel Bergl (1719-1789) im Schloss dienten zuletzt aber nicht nur als Kulisse für Fashion-Shootings, wie die Bewohnerin des Schlosses und Filmregisseurin Julia Zborowska-Maderna berichtet: „Konzerte der Internationalen Barocktage Stift Melk fanden hier statt. Vor Kurzem wurden im Schloss auch ein Musikvideo und ein kurzer Spielfilm gedreht.“

Seit den 70er-Jahren ist das barocke Anwesen im Privatbesitz der Familie Maderna. Lampen-Designer und Geschäftsmann Alfons Maderna ließ damals die Bestände wiederherstellen und die Gemälde renovieren – die Geschichte des Schlösschens reicht immerhin bis ins zwölfte Jahrhundert zurück. 1248 wird Pielach dann erstmals als Burg bezeichnet, etliche Adelsgeschlechter und Ritterfamilien besaßen das Schloss.

1622 kam die Liegenschaft in den Besitz des Stiftes Melk, in der Barockzeit wurde das Schloss zum Erholungs- und Sommersitz der Mönche umgebaut. Der Melker Abt Urban II. beauftragte 1766 schließlich Johann Wenzel Bergl, nachdem der Künstler den Stiftspavillon mit seinen exotischen Malereien ausgestattet hatte, sich auch in den Sälen des Schlosses Pielach zu verewigen.

Das Schloss Pielach als Hochzeitslocation

„Für mich sind diese Werke ein Wunder. Daskann man sich ewig ansehen, weil sie genial im Detail sind“, sagt Zborowska-Maderna, als sie die Flügeltüren im ersten Stock öffnet – und das Paradies sich entfaltet. „Bergl hat sich wahnsinnig viel getraut. Er malte Frauen aus dem Alten Testament, Abraham und Abel. Wälder und Wiesenblumen vereint er mit Palmen und Kakteen, daneben steht ein Löwe mit Kuh-Gebiss, ein Tiger mit Frauen-Augen. Ich betrachte das als eine Vision ohne Regeln, die in die Tiefe geht – Tiefe, die ihre Betrachter berührt“, sagt sie.

Die Besitzer möchten die Tore des Schlosses künftig öfter öffnen – und zwar für Paare, die sich das Ja-Wort geben wollen. Drei Hochzeiten haben schon auf dem Areal stattgefunden. „Das Schloss Pielach ist die perfekte Hochzeitslocation“, ist Zborowska-Maderna überzeugt.