Startschuss für Umbau auf „Insel“. Neben Neubau der Brücke stimmte Gemeinderat für neue Bus-Parkgebühren.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. April 2019 (04:36)
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Das Areal rund um die Wachauarena erhält drei offizielle, gebührenpflichtige Busparkplätze. Im Bereich der Hubbrücke entsteht ein Wendehals für Busse. Pkw dürfen künftig nicht mehr auf der westlichen Längsseite gegenüber der Wachauarena abgestellt werden.

Es war im Frühjahr 2018, als eine mögliche Brückenmaut für die Behelfsbrücke über den Donauarm für Diskussionen sorgte. Um 690.000 Euro Förderung für das rund 2,3 Millionen Euro schwere Projekt zu lukrieren, stellte das Land NÖ damals eine Bedingung:

Der Gemeinderat muss der Einhebung einer Benützungsgebühr, sprich einer Mautgebühr, für die Brückennutzung zustimmen. Nach Protesten der Opposition und offenen Fragen der Finanzierung verzögerte sich das Projekt, die Bezirkshauptmannschaft stimmte einer Verlängerung der Genehmigung für die Behelfsbrücke bis Mai 2020 zu. Im Herbst sollte aber mit dem Bau der Brücke begonnen werden.

Der Gemeinderat stimmte vergangenen Donnerstag einem neuen Bewirtschaftungskonzept im Bereich Wachauarena sowie bei der Schiffsanlegestelle zu und ermöglicht damit den Startschuss für den Neubau. Zur Kasse gebeten werden sollen die Busunternehmen, um so ihren Teil zur Sanierung der Brücke beizutragen.

Busgebühr spült 72.000 Euro in Kassa

Künftig sind die Busparkplätze kostenpflichtig. Bis zu zwei Stunden sind 20 Euro zu bezahlen, ein Tagesticket kostet 40 Euro. Bei täglich rund 20 Bussen erwartet sich die Gemeinde Einnahmen von 72.000 Euro pro Jahr. Die Regelung gilt ab Juni und betrifft die aktuellen Busparkplätze. Daneben entstehen zusätzliche beim Agentiegebäude sowie drei im Bereich der Wachauarena. Für Pkw wird es keine Gebühren geben.

Langfristig soll im Bereich Hubbrücke ein Wendehammer für die Busumkehr entstehen, auch ein Schrankensystem mit Parkautomaten im Bereich der Schiffsanlagestelle soll errichtet werden. Zukünftig wird für Busse auch das abendliche Parken in der Wachauarena nicht mehr möglich sein. Für Pkw-Nutzer entfallen künftig auch die Schrägparkplätze gegenüber der Wachauarena, da sich diese Parkplätze im Natura-2000-Gebiet befinden. In einem weiteren Schritt wird auch die gesamte Rollfährenstraße adaptiert – samt Lückenschluss des Donauradweges. Erste Schritte also zu einem modernen Areal für Touristen und Besucher.

„Durch das Busbewirtschaftungssystem hat auch die Gemeindeaufsicht einen positiven Bescheid ausgestellt. Damit können wir endlich mit der Ausschreibung der Brücke beginnen“, ist VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann erleichtert.

Um keinen Verdrängungswettbewerb innerhalb der Wachau zu starten, werden künftig alle 14 Wachau-Gemeinden ein Busbewirtschaftungssystem einführen. Melk ist nach Dürnstein die zweite Gemeinde, für Krems ist das neue System ab Herbst geplant. „Mit den Einnahmen stellen wir die Finanzierung der Brücke sicher“, meint VP-Stadtchef Patrick Strobl und rechnet vor, dass die Stadt im Jahr auch rund 300.000 Euro für den Tourismus ausgibt.

Zusätzlich Einnahmen durch Abpumpanlage

Einnahmen erwartet sich die Stadt aber nicht nur durch die Tourismusbusse, sondern auch durch die Entsorgung von Fäkalien für Kreuzfahrtschiffe. Nach dem medialen Aufschrei ist das Interesse an der Abpumpanlage gestiegen. Wie von der NÖN berichtet, haben seit der Errichtung im Jahr 2012 bisher in den ersten Jahren nur wenige Schiffe davon Gebrauch gemacht.

Dies soll sich ändern: Bereits für dieses Jahr rechnet die Stadt mit Einnahmen von 48.000 Euro. „Es ist gut, dass die Bürger nicht zur Kasse gebeten werden. Für die Stadt sehe ich es aber als klares Versäumnis, dass aus der Anlage nicht bereits früher Geld lukriert wurde. Immerhin hat sie 250.000 Euro gekostet“, meint Thomas Gruber (FPÖ).

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