Über den Dächern der Schallaburg

Großes Sanierungsprojekt bis zum 50-Jahr-Jubiläum 2023 ist gestartet. Ein Besuch auf einer besonderen Baustelle.

Denise Schweiger
Denise Schweiger Erstellt am 22. September 2021 | 04:04

Interessierte Ausstellungsbesucher, entspannte Gesichter im Gastgarten des Restaurants: Dass auf der Schallaburg eigentlich Baustelle herrscht, ist ihr nicht anzusehen.

Vor Kurzem hat die große Sanierung des Renaissanceschlosses gestartet: Bis 2024, zum 50-Jahr-Jubiläum der Schallaburg, wird das Ausstellungszentrum modernisiert. Neun Millionen Euro fließen im Rahmen der Sanierung in die Schallaburg, 6,5 Millionen Euro investiert das Land Niederösterreich. „Wir setzen auf eine behutsame Sanierung und auf nachhaltige Pflege. Das ist ein Spagat zwischen Historie, Technik und Funktion. Die Schallaburg ist ein lebendiges Bauwerk – demnach ist es auch eine lebendige Baustelle“, sagt Geschäftsführer Peter Fritz. Demnach sei auch jeder Quadratmeter der Schallaburg eine Entscheidung für sich; sei es die Fassade, die mit Materialien wie Kalk und Techniken aus der Entstehungszeit saniert wird. Oder die Kamine der Burg, wie Kurt Farasin, künstlerischer Leiter, erzählt: „Die Kamine sind hunderte Jahre alt und keiner gleicht dem anderen. Diese werden aktuell handwerklich erneuert.“

Für die Arbeiten an den strahlend weißen Kaminen über dem charakteristischen Terrakottahof zeichnet sich die Melker Firma Schnabl verantwortlich. „Gebe es einen Oscar für Bauhandwerk, würde dieses Unternehmen ihn bekommen“, ist Farasin überzeugt. Die Melker Firma, die bereits Arbeiten am Stift Melk und Stift Göttweig durchgeführt hat, wurde auch bei der Baustellengestaltung kreativ.

Arbeiten an Dach, Fassade und Technik

Anstelle eines Gerüsts zimmerten die Mitarbeiter ein Holzgerüst, um nach oben zu den Kaminen zu gelangen. Und so wird seit Wochen gearbeitet – beinahe unentdeckt über den Ausstellungsbesuchern. Die Schau „Sehnsucht Ferne“ ist noch bis Anfang November zu sehen. Noch dieses Jahr sollen die Arbeiten an den Kaminen abgeschlossen sein. Danach ist das Dach an der Reihe, wie Fritz informiert: „Diese Arbeiten werden bis 2024 dauern. Nächstes Jahr wollen wir auch mit der Fassade und der Modernisierung der technischen Ausstattung in den Innenräumlichkeiten starten.“

Staunen, in die Sehnsucht schweifen, genießen – das alles ist also auf der Schallaburg auch während einer Baustelle möglich. Ganz konkret: Diese Woche Sonntag, 26. September, findet der „Tag des Denkmals“ auf dem Gelände des Schlosses statt. Von 9 bis 18 Uhr können Interessierte einen Blick hinter die geschichtsträchtigen Mauern werfen. Anfang Oktober steht bereits das nächste Event an: Am Sonntag, 3. Oktober, gibt‘s beim „Schmankerlfest“ im Schlossgarten kulinarische Schätze aus der Region zu entdecken.