Münichreith-Laimbach: Schlachthof Schreiner ist Geschichte

Erstellt am 17. August 2022 | 05:44
Lesezeit: 2 Min
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„Ich bin auf die Bremse gestiegen, als der Betrieb noch auf wirtschaftlich sehr guten Beinen gestanden ist“, sagt Franz Schreiner.
Foto: Schweiger
Franz Schreiner „trat auf Bremse“. Der Grund: Energiekrise und Fachkräftemangel.
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Leere Stallungen, leere Räumlichkeiten, leere Kühlräume. Mit August ging eine Ära in Laimbach zu Ende: Der Traditionsschlachthof Schreiner – der Familienstammbaum reicht bis 1742 zurück – ist geschlossen. „Glauben Sie mir“, sagt Franz Schreiner, „das war keine leichte Entscheidung.“

Der 55-Jährige übernahm 2000 gemeinsam mit seinem Bruder Fritz Schreiner den Betrieb von den Eltern, er war aber bereits seit seiner Ausbildung zum Fleischer hier tätig. 1.200 Schweine – ausschließlich aus Nieder- und Oberösterreich, wie Schreiner betont – sind hier in der Woche von 18 Mitarbeitern geschlachtet und zerlegt worden. Die Schließung beruhe auf zwei Gründen: die enormen Energiekosten und der langjährige Fachkräftemangel.

„Ein Schlachthof braucht viel Energie. Anfang des Jahres mussten wir daher schon unserer Kundschaft einen Aufschlag verrechnen. Alle waren loyal und haben die Kosten abgegolten“, berichtet er. Schreiners Kundschaft: Kleinst- sowie Großabnehmer bis hin zu Selbstvermarkter. Gerüchte, dass das Unternehmen bereits in finanzielle Schieflage geriet, dementiert er vehement: Der Betrieb hätte „ohne Weiteres“ weiterlaufen können.

Hotel und Gasthof Schreiner bleiben geöffnet

Man habe immer alle Auflagen erfüllt, jede Überprüfung bestanden. „Angesichts der Entwicklung der Energiekosten und des Fachkräftemangels sehe ich mich leider nicht in der Lage, auch in Zukunft den Betrieb so erfolgreich weiterzuführen. Ich bedanke mich bei den treuen Mitarbeitern, der Kundschaft und den Lieferanten.“ Zudem betont er, dass es sich um eine Teilschließung innerhalb der Schreiner GesmbH & Co. KG handelt: Das Hotel und der Gasthof bleiben geöffnet. Der Schlachthof selbst bleibe „natürlich im Besitz der Familie“, betont Schreiner: „Der Schlachthof ist mein Lebenswerk – und das der Generationen davor, im Besonderen das meines Vaters, Friedrich Schreiner senior.“

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