Ein Festival aus drei Perspektiven. Wie erlebten eine Camperin, eine Festival-Mitarbeiterin und ein Sanitäter das Event? Die NÖN hörte sich um.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 20. August 2019 (04:23)
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Tanja Kreutmayer und Bruder Markus auf dem Festivalgelände.

Tanja Kreutmayers Stimme klingt etwas angeschlagen. „Es war zwar eine Riesengaudi, aber auch anstrengend. Besonders für die Stimmbänder“, lacht die 22-Jährige aus Albrechtsberg (Gemeinde Loosdorf). Drei Tage Frequency liegen hinter Kreutmayer. Zum zweiten Mal reiste sie mit Wurfzelt, ein paar Klamotten, Zahnbürste und anderem Festival-Equipment nach St. Pölten.

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Tanja Kreutmayer und Bruder Markus auf dem Festivalgelände.

Das diesjährige Line-up war für die Loosdorferin geradezu eine Verführung: Die Gewinnerin des Kiddy Contests 2006 hört nämlich mittlerweile leidenschaftlich gerne Deutschrap. „Ufo361 und Capital Bra auf einem Festival – da musste ich nicht lange überlegen.“ Das eigene Bett war zwar nur 20 Minuten Fahrtzeit entfernt, für Kreutmayer und ihre Freunde stand Camping aber außer Frage. „Nur so spürt man das richtige Festivalfeeling!“, meint sie.

Im Internet gab es für die lange Wartezeit bei der Bandausgabe am ersten Tag viel Kritik. Auch Kreutmayer musste zwei Stunden ausharren, bis das bunte Bändchen ans Handgelenk gezurrt wurde. „Ich sehe das nicht so eng. Das ist halt einfach so, wenn viele Leute zusammenkommen“, findet sie.

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Auch für Anne Wildom aus Hofamt Priel war die Bandausgabe zu den Stoßzeiten mit Stress verbunden. Allerdings nicht, weil sie sich in Geduld üben musste: Zum ersten Mal war sie Mitarbeiterin beim Festival, tauschte Eintrittskarten gegen die Stoffbänder. „Wenn der Ansturm groß ist, dauert es halt leider länger“, berichtet die 21-Jährige. Seit 2014 war sie jedes Jahr beim St. Pöltner Festival vertreten. „Ich hoffe, auch 2020 wieder Teil der Crew sein zu können.“

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Viele Melker Gesichter waren während des Spektakels auch bei den Stationen des Roten Kreuzes zu sehen. Am Freitag hatte etwa Max Hanke, RK-Bezirksstellengeschäftsführer, beim Campingplatz Dienst. „Dort tut sich immer etwas“, schmunzelt er. Klischeehaft, wenn man dabei an Alkoholexzesse am laufenden Band denkt, wie Hanke berichtet: „Beim Großteil der Hilfeleistungen geht es um Wundversorgungen, weil etwa jemand beim Baden in der Traisen ausgerutscht ist.“

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