Erstellt am 17. Januar 2017, 05:00

von Anna Faltner und Claudia Christ

„Biber spitzen Holz wie Bleistifte“. Im Melker Bezirk vermehren sich Biber massiv. Auch Obstbäume sind beliebt bei den heimtückischen Nagern.

 |  Gleiß

Die ewige Plage mit den Nagern lässt den Melker Bezirk nicht los. Landwirte und Privatpersonen haben jedes Jahr mit hohen Schadenssummen zu kämpfen. Unterstützung bekommen sie dafür keine. Immerhin stehen die Tiere unter Naturschutz.

„Die spitzen jeden Tag Holz wie Bleistifte“, ärgert sich Ruprechtshofens VP-Bürgermeister Leopold Gruber-Doberer. Für gewöhnlich beginnen die Nager im Herbst mit der Nahrungssuche. Am Speiseplan stehen etwa Mais oder Zuckerrüben. „Jetzt im Winter sind sie auf Baumsuche. Und das sieht man momentan extrem“, erklärt er.

Tiere stehen unter Naturschutz

Maßnahmen, um der Biberplage vorzubeugen, gibt es laut ihm keine. Das Entfernen der Dämme ist ebenso wie das Abschießen der unter Naturschutz stehenden Tiere nur unter bestimmten Voraussetzungen und mit Genehmigung des Biber-Beauftragten erlaubt. Bis April 2018 hat Gruber-Doberer wiederholt eine Fanggenehmigung bekommen. Bisher ging ihm aber noch kein Biber ins Netz.

„Das Problem mit ‚meinen besonderen Freunden‘ ist absolut schlimmer geworden. Aber es wird wohl erst gehandelt, wenn die Biber im Siedlungsgebiet angekommen sind oder jemand zu Schaden kommt. Die Landwirtschaft interessiert ja keinen, das ist das Traurige“, ist er enttäuscht von den Verantwortlichen. Immerhin erlebt der Ortschef die Schäden tagtäglich mit: „Beim Spazieren habe ich einen Baum auf dem Güterweg entdeckt, der eindeutig von den Bibern gefällt wurde.“

Tipp: Obstbäume mit Gitter umwickeln

Aber der Ruprechtshofner Ortschef ist nicht allein mit seinen Sorgen: Knapp sieben Tonnen Zuckerrüben muss ein Landwirt im Raum Pöchlarn jährlich an die Nagetiere abtreten. „Das sind mehrere hundert Euro. Im Laufe der Jahre summiert sich das“, betont er. Auch er kritisiert das gleichgültige Verhalten des Biberbeauftragten des Landes.

Im Raum Ybbs ist die Lage momentan eher ruhig. Entlang des Radweges richteten Biber im Vorjahr enorme Schäden an. „Das kommt schon noch“, vermutet der Landwirt und Ybbser VP-Gemeinderat Hans Luger. Er schützt vor allem seine Obstbäume mit Gitter rundherum vor den Nagern. „Früher haben die Tiere vor allem Weiden geknickt, jetzt gehen sie auf alle Bäume los.“

Mit den Bibern konfrontiert ist auch die „via donau“, wie Pressesprecherin Eva Michlits kommentiert: „Sie sind schon sehr aktiv. Aber das sind sie das ganze Jahr über. Sobald eine Gefahr bestehen sollte, handeln wir natürlich und fällen zum Beispiel die umliegenden Bäume.“ Der Biberbeauftragte des Landes, Gerald Hölzler, war für eine Stellungnahme für die NÖN nicht erreichbar.

Entlang der Donau im Raum Pöchlarn sättigen die Nager mit Zuckerrüben und Mais ihren Hunger.  |  privat