Bitterer Wahltag für SPÖ. SP-Absolute in Marbach verloren, ÖVP mit starken Verluste in Emmersdorf.

Von Markus Glück. Erstellt am 27. Januar 2020 (00:36)
In der ÖVP-Bezirksparteizentrale in Melk wurden die Ergebnisse von Denise Gotsmy, Bezirkspartei-Obmann Karl Moser, Bezirksgeschäftsführerin Andrea Blauensteiner und Nationalratsabgeordneten Georg Strasser im Detail analysiert.
Markus Glück

Der negative Bundestrend von SPÖ und FPÖ setzen sich auch im Bezirk Melk fort. In Marbach, Artstetten-Pöbring, Bischofstetten und Emmersdorf verloren die Sozialdemokraten mehr als zehn Prozent. Besonders bitter: In Marbach verliert die SPÖ nicht nur die absolute Mehrheit, sondern auch mit Ortschef Toni Gruber eine kräftige Stimme der Sozialdemokratie. In Bischofstetten, wo SP-Bezirkschef Günther Sidl die Chance auf den Bürgermeister-Sessel witterte, gab es ebenso eine ordentliche Klatsche für die Genossen. Besonders bitter: In Hürm, wo die SPÖ zulegen konnte, und künftig zwei Mandate hat, kann man nur eines besetzen.

Was für die SPÖ Marbach ist, ist für die ÖVP Emmersdorf. Der Eklat zwischen VP-Fraktionschef Karl Kerschbaumer, der nicht mehr kandidierte, und VP-Vizebürgermeister Richard Hochratner führte zur Gründung der Liste „Bürgernahes Emmersdorf“ – mit Spitzenkandidat Hochratner. Und genau dieser war es auch, der der Volkspartei in Emmersdorf die absolute Mehrheit, und eventuell den Bürgermeister-Sessel kosten wird.

Den Angriff einer abtrünnigen VP-nahen Liste abgewehrt hat dafür St. Leonhards VP-Ortschef Hans-Jürgen Resel. Mit einem Minus von mehr als zwölf Prozent und insgesamt rund 51 Prozent der Stimmen kamen die „Schwarzen“ in St. Leonhard mit einem blauen Auge davon.

Ausgiebigen Grund zum Feiern hatte dafür Nachbar-Bürgermeister Leopold Gruber-Doberer aus Ruprechtshofen. Er schaffte mit zwölf Prozent Stimmenzugewinn mehr als 84 Prozent der Stimmen.

VP Pöggstall erobert die Absolute retour

Jubelstimmung herrschte bei der Volkspartei auch in Pöggstall. Nach der Watschen-Affäre zwischen einem VP-Gemeinderat und einem Mandatar der VP-nahen Liste „Gemeinsam Leben“ konnte VP-Ortschefin Margit Straßhofer die 2015 verlorene VP-Mehrheit zurückerobern. Dafür wurde die Liste von Vizebürgermeister Anton Eder um acht Prozentpunkte geschrumpft.

Wenig Grund zu Jubeln gab es, mit Ausnahme von Marbach, Kilb und Bischofstetten, für die Freiheitlichen. Die Skandale der letzten Monate und der Bundestrend führten vielerorts zu einem Minus vor dem Ergebnis. Für das größte Minus der Freiheitlichen sorgte aber Ex-FP-Klubobmann Martin Huber in Blindenmarkt. Mit seiner Liste „Plan B für Blindenmarkt“, holte er auf Anhieb 23,14 Prozent. Die FPÖ erreichte 2015 noch 32,95 Prozent.

Grünen-Bezirksobmann Emmerich Weiderbauer freut sich über den Einzug in acht Gemeinden.
Gleiß

Bei dieser Wahl wechselten alle Gemeinderäte direkt zu Huber, die FPÖ kandidierte nicht mehr. Bei den Grünen freut sich Obmann Emmerich Weiderbauer über den Einzug in acht „Ortsparlamente“. Einzig in Emmersdorf und Melk gab es für die Grünen ein Minus. In Artstetten-Pöbring schrammte man mit einer Stimme am dritten Mandat vorbei.

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