Bus-Drama spitzt sich zu. In der Region Schollach werden Kinder vom Busfahrer abseits der Haltestelle abgesetzt. Lösungen gibt es dagegen bereits im Südlichen Waldviertel und Ruprechtshofen.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek, Michael Bouda und Markus Glück. Erstellt am 17. September 2019 (04:04)
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Platznot. Schulkinder müssen im Bus bis zur Türe stehen. An Verbesserungen wird intensiv gearbeitet.

Wenn das sechsjährige Kind nach der Schule nicht bei der Haltestelle vom Schulbus aussteigt, kreisen wilde Gedanken im Kopf umher. Noch schlimmer ist es, wenn dann der Busfahrer der wartenden Mutter erklärt, dass das Mädchen schon irgendwo vorher aus dem Bus gestiegen sei.

Dies passierte kürzlich einer Mutter aus Roggendorf (Schollach). „Meine Tochter hat erst in der ersten Klasse angefangen und ist mit dem Bussystem komplett überfordert gewesen. Der Busfahrer hat ihr nichts erklärt oder sie gefragt, als sie zu früh die Stop-Taste im Bus drückte“, beschwert sich ihre Mutter.

Ihre Eltern haben der Erstklässlerin erklärt, dass sie, wenn sie aussteigen will, diesen Knopf im Bus drücken müsse. Da diese aber gar nicht hinaussehen kann, hat sie vorzeitig gedrückt. Laut der Erziehungsberechtigten ist der Busfahrer einfach stehen geblieben – bei keiner Haltestelle – und hat das Mädchen aussteigen lassen.

„Ich habe auf mein Kind bei der Haltestelle gewartet und war natürlich sehr aufgebracht, als mir der Chauffeur erklärte, dass die Kleine schon weg sei“, berichtet die Mutter. Sofort machte sie sich auf die Suche. Zum Glück wohnt die Schülerin nicht weit von der richtigen Ausstiegsstelle weg und fand den Weg alleine heim.

„Busfahrer sind zu wenig eingeschult“

Aber das war nicht der einzige Fall in Schollach: Eine Zehnjährige vergaß, den Ausstiegsknopf zu drücken, weil es beim vorigen Busunternehmen nicht gefordert war, und fuhr noch eine Weile mit dem Bus mit. Bei der nächsten Haltestelle – in der darauffolgenden Ortschaft – stieg sie aus.

„Zum Glück hat meine Tochter schon ein Handy und kontaktierte mich“, erzählt die Mutter. O-Ton beider Mamas: „Die Busfahrer sind zu wenig auf ihre Linien eingeschult. Sie nehmen keine Rücksicht auf die Kinder. Denn auch in der Früh ist der Schülertransport sehr gefährlich. Der Wagen ist so überfüllt, dass die Kinder stehen müssen – auch bei der Tür. „Es muss dringend eine Lösung gefunden werden, bevor etwas passiert“, fordern die Eltern.

ÖVP
Suchen gemeinsam nach Lösungen: VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll, Landesrat Ludwig Schleritzko und Zweiter Landtagspräsident Gerhard Karner (VP).

Konkret gelöst ist das Problem der Anbindung von Weinser Schülern an Persenbeug. Dafür wurde ein Kurs von Weins bis Persenbeug eingerichtet, in den auch die Volksschule aufgenommen wurde.

Probleme gab es zuletzt auch bei der Anbindung der Waldviertler-Donaugemeinde, abfahrend von Ybbs, an den Schulstandort Melk. Laut dem Ybbser SP-Stadtchef Alois Schroll wurde auf diese Linie in der Planung schlichtweg vergessen. „Wir haben uns dafür eingesetzt. Jetzt kommen die Schüler wieder problemlos in die Schule.“ Zukünftig fährt ein zusätzlicher Bus, von Ybbs ausgehend, über Hofamt Priel nach Klein-Pöchlarn mit Anschluss nach Melk.

Ebenfalls eine Lösung konnte im Fall eines elfjährigen Schülers der Volksschule Ruprechtshofen gefunden werden, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist. „In der Früh kommt er mit dem barrierefreien Bus in die Schule, am Nachmittag ist es aber eine Lotterie“, berichtete die Mutter des Kindes. Auf NÖN-Anfrage teilte der Verkehrsverbund Ostregion mit, dass man das Problem nun gelöst habe.