Zelking-Matzleinsdorf , Leiben

Erstellt am 25. September 2018, 04:20

von Denise Schweiger

„Causa Jungbunzlauer“: Geplantes Werk in 3D. Firma präsentiert bei Events Neuigkeiten. Die NÖN war dabei und fasst zusammen.

Die Firma Jungbunzlauer präsentierte bei den Info-Events in Leiben und Zelking-Matzleinsdorf vergangene Woche erstmals ein realistisches Modell der geplanten Fabrik in Bergern.  |  Jungbunzlauer

Gleich zweimal präsentierte Firma Jungbunzlauer Neuigkeiten der „Causa Jungbunzlauer“. In Leiben und Zelking-Matzleinsdorf versammelten sich Befürworter, Projektgegner („Ritter der Au“) und interessierte Bürger, um Infos zur geplanten Zitronensäurefabrik in Bergern zu erhalten. Anders als bei früheren Events verlief die Debatte zwischen den Fronten – zumindest zum Großteil – sachlich. Die wichtigsten Punkte der Info-Events zusammengefasst:

3D-Modell präsentiert. Erstmals gab es ein realistisches Modell der geplanten Firma zu sehen. Dieses entspricht genau der Dimension, wie es in Realität errichtet werden würde, sofern Jungbunzlauer die Baugenehmigung bekommt. Bis die Entscheidung fällt, werden aber noch mehrere Jahre vergehen.

Antrag auf Flächenwidmung. Als vor rund 40 Jahren geplant war, ein Kohlekraftwerk auf genau demselben Standort wie die Zitronensäurefabrik zu errichten, wurde der Grund auf Bauland Industrie gewidmet. Und nie rückgewidmet. Für die Vereinsobfrau der „Ritter der Au“ ein „peinliches Versäumnis der Gemeinde“. Auch die Firma Jungbunzlauer plädiert darauf, Teile der Fläche auf Grünland umzuwidmen. Es gibt mehrere Varianten, wie der Bereich gewidmet werden kann. Die Pläne dazu liegen jetzt auf den Gemeinden Leiben und Zelking-Matzleinsdorf für sechs Wochen auf. Stellungnahmen werden entgegengenommen.

Kein Mais aus der Region. Das sorgte bei den Info-Events für Gesprächsstoff: Viele örtliche Landwirte nahmen an, dass für das Werk in Bergern Mais aus der Region angeschafft wird. Dem ist nicht so: Der Mais wird von Pernhofen mittels Lkw angeliefert.

Nähe zu Stift Melk, Wachau, Donau Limes und Natura-2000-Gebiet. Anders als von den „Rittern der Au“ angenommen, spielt die Lage der möglichen Zitronensäurefabrik in Bergern, neben Natura-2000-Gebiet und am Tor zur Wachau, keine Rolle.

„Ritter“-Kritik am Verkehrskonzept der Firma. In den Präsentationen der Firma Jungbunzlauer zieht sich ein roter Strich nur über die Autobahnabfahrt Pöchlarn, über Wörth nach Bergern. Wie die „Ritter“ kritisieren, wird der Weg von Osten gar nicht berücksichtigt: „Lkw können möglicherweise in Melk abfahren – somit wäre in den Orten Melk, Neu-Winden und Ornding mit einem stark erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen sein. Josef Gaß vonseiten Jungbunzlauers: „30 Lkw fahren hin und wieder weg.“

Beschäftigungszahlen: Hauptargument Arbeitsplätze? Da unterschiedliche Zahlen kursierten, stellte Gaß klar: In der ersten Ausbaustufe wird es 55 bis 60 direkte Arbeitsplätze (gesamt in drei Schichten) geben. Infos über weitere Ausbaustufen (die es höchstwahrscheinlich geben wird), blieben aus.