Causa Jungbunzlauer: Grüner Ärger um UVP-Verhandlung. Helga Krismer und Emmerich Weiderbauer von den Grünen des Bezirks Melk kritisieren Behörde und Jungbunzlauer scharf - sie beharren weiter auf eine Verschiebung der UVP-Verhandlung zum geplanten Zitronensäurewerk Anfang nächster Woche.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 03. Oktober 2020 (10:34)
Helga Krismer von den Grünen verweist auf "über 500 Mitgleider" der Bürgerinitiative.
Die Grünen NÖ

Wie die NÖN exklusiv berichtete, steht der UVP-Verhandlung zum geplanten Zitronensäurewerk im Bezirk Melk (Leiben und Zelking-Matzleinsdorf) trotz "orangem" Veranstaltungsort (Messe Wieselburg, Bezirk Scheibbs) nichts im Wege. Die Termine - Montag, 5. Oktober, Dienstag, 6. Oktober - werden nicht verschoben, laut Leopold Schalhas vom zuständigen Amt der NÖ Landesregierung könne die Verhandlung "rechts- und covidkonform" stattfinden. Dieser Meinung sind die Grünen aber so ganz und gar nicht.

"Geschäftsinteresse geht hier vor Gesundheit!"

Grünen-Bezirkssprecher Emmerich Weiderbauer ist die Entscheidung, dass die UVP in einem "orangen" Bezrk stattfinden kann, "überhaupt nicht nachvollziehbar".

Emmerich Weiderbauer, Grünen-Bezirkssprecher, zeigt sich entrüstet über Aussagen vonseiten Jungbunzlauers.
Franz Gleiß

Zudem kritisiert er die Aussagen Josef Gass' vonseiten Jungbunzlauers im jüngsten NÖN-Artikel - er attestiert den Projektgegnern, dass sie "die Situation um Corona auszunutzen, um das Verfahren in die Länge zu ziehen". Kalkül ortet Weiderbauer indes bei Jungbunzlauer: "Die Petition gegen den Werksbau haben viele ältere Menschen, sprich in der Risikogruppe, unterschrieben. Hier wird spekuliert, dass diese dem Verfahren fernbleiben. Da gehen beinhart Geschäftsinteressen vor der Gesundheit der betroffenen Menschen!"

Krismer: "Bürgerrechte unangetastet lassen"

Auch Landessprecherin Helga Krismer von den Grünen spricht sich für eine Vertragung der Verhandlung aus: „Der Bezirk Scheibbs ist laut Corona-Ampel "orange" gefärbt, damit sind Indoor nur 250 Personen, siehe Kultur erlaubt. Die Bürgerinitiative gegen das Projekt hat alleine schon über 500 Mitglieder. Darum kann mit Auflagen und Abständen sowie Personenbeschränkung keine umfassende und faire Verhandlung stattfinden", betont sie, dass die "Bürgerrechte unangetastet bleiben müssen".