Erstellt am 14. Januar 2017, 05:00

von Claudia Christ

Chip-Nachrüstung hält Wirte auf Trab. Weniger Steuereinnahmen als prognostiziert und das neue Chipgesetz: Die Registrierkasse steht wieder im Fokus.

Ab 1. April müssen laut Gesetz alle Registrierkassen zusätzlich mit einem Speicherchip ausgestattet sein.  |  Jose AS Reyes/Shutterstock

Seit Juni 2016 ist die Registrierkassenpflicht Gesetz. Rund 300 Millionen Euro mehr an Steuereinnahmen pro Jahr für den Fiskus wurden erwartet. „Tatsächlich werden es laut Hochrechnungen nur 80 bis 120 Mio. Euro sein“, informiert Mario Pulker, Gastronom aus Aggsbach-Dorf und WKO-Obmann der Fachgruppe Gastro.

„Dieses niedrige Ergebnis zeigt, dass die Hetze gegen die Gastronomie völliger Schwachsinn war“, ärgert er sich.

Auch Harald Stumpfer vom gleichnamigen Gasthaus in Schönbühel ist über das voraussichtliche Ergebnis nicht überrascht: „Für mich war das vorauszusehen. Schwarz zu kassieren, das geht bei uns schon lange nicht mehr.“

„Problem könnte sein, dass die Firmen, die den Chip produzieren, nicht mit der Nachrüstung fertig werden.“

Mario Pulker, Gastronom und WKO-Obmann Gastro

Ab 1. April gibt es im Registrierkassengesetz für die Gastronomie eine neue Herausforderung zu meistern: die Nachrüstung der Kassen mittels Chip.

Dieser soll Manipulationen schier unmöglich machen und einen lückenlosen Verlauf einer Transaktion mit Tischnummer, Bestellung und Zahlungsmodalität speichern. „Für mich und viele Kollegen, die dieses System schon seit Jahren praktizieren, wird sich diesbezüglich nichts ändern“, sagt Mario Pulker.

"Noch nicht viele Kassen bei Finanz-Online"

Einziges Problem könnte sein, dass die Firmen, die den Chip produzieren, bis April nicht mit der Nachrüstung fertig werden“, merkt Pulker an. „Auch wir stellen fest, dass noch nicht viele Kassen beim Finanz-Online angemeldet sind, der große Schwung wird demnächst erwartet“, so Franz Kandlhofer von der Abteilung Finanzpolizei der Wirtschaftskammer NÖ.

Wirt Harald Stumpfer – er investierte zuletzt rund 8.000 Euro in eine neue Kassenhardware – hofft auf eine reibungslose Umstellung: „Bei uns sollte sich das zeitlich auf jeden Fall ausgehen.“