Covid-Maßnahmen: Betriebe harren und hoffen. Auch für Vereine und Gastronomen im Bezirk Melk kann es durch den Stufenplan zu Verschärfungen kommen.

Von Lisa Schinagl. Erstellt am 15. September 2021 (05:30)
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Unbeschwertes Feiern auf der Tanzfläche und gemütliche Stunden im Pub tragen schon seit Längerem den Beigeschmack der Corona-Pandemie. Auch der Restaurantbesuch am Sonntag bereitet nun mehr Aufwand als gewohnt, sowohl für Gastronomen als auch für Gäste. Erst vergangene Woche präsentiert die Regierung einen Drei-Stufen-Plan.

Nicole Bitter, Bezirksleiterin des Landjugendbezirkes Melk, erzählt, dass der Jugendverein derzeit wenige Veranstaltungen durchführt. Lediglich kleinere Feste und Treffen werden abgehalten. Kürzlich kam es etwa zu einem Activity-Day in kleinem Rahmen, wobei auch hier die entsprechenden Covid-19-Vorkehrungen eine Rolle spielen, erklärt sie. 

Im Vergleich zu den Vorjahren habe sich der Veranstaltungskalender „schon sehr minimiert“, bedauert Bitter. Die Schwierigkeit, Planungen durchzuführen, versucht die Landjugend durch verschiedene Konzepte zu bewältigen: „Dabei werden die verschiedenen Szenarien durchgespielt, die auftreten können“, schildert Bitter. Dabei müsse man sich die Frage stellen: „Zahlt es sich aus?“. Seitens der Partner, wie sie etwa Getränkehändler sind, wird den Veranstaltern zusätzliche Unterstützung geboten: „Es helfen alle zusammen, denn alle wollen auf sicherem Weg feiern“, erklärt sie.

Die Bezirksleiterin hofft auf die Durchführung der alljährlichen Generalversammlungen im Oktober und November auf Gemeinde- sowie Bezirksebene. Sie appelliert außerdem an die „größere Bereitschaft“ der Bevölkerung, die Vorgaben entsprechend einzuhalten. „Manche wollen trotz ungültigem Nachweis reingelassen werden“, beschreibt sie und versichert, dass die Landjugend die Gesellschaft aktiv mitgestalten und daher sichere Feste veranstalten will.

Auch Feuerwehren aus dem Bezirk konnten in der vergangenen Zeit kaum Feste veranstalten. Bezirksfeuerwehrkommandant Roman Thennemayer erklärt, dass zumeist Frühshoppen durchgeführt werden, zu größeren Festen kommt es derzeit nicht. „Bei internen Veranstaltungen gilt außerdem die 3G-Regel“, schildert Thennemayer. Die Feuerwehren würden sich an die Vorgaben des Landesfeuerwehrverbandes halten und auch bei einer Verschärfung der Maßnahmen mitziehen: „Man muss es akzeptieren und zusammenhalten“, erklärt er und fügt hinzu, dass sie auf der Welle mitschwimmen werden.

Wenn es zu weiteren Verschärfungen für Veranstaltungen kommt, dann werden diese „womöglich kurzfristig abgesagt“. Für die Feuerwehren sind Veranstaltungen eine zusätzliche Einnahmequelle, die nun seit eineinhalb Jahren fast gänzlich ausfällt. Priorität habe aber die Einsatzbereitschaft der Kameraden, wobei hier bereits eine hohe Durchimpfungsrate besteht, beschreibt Thennemayer.

Gastronomie fürchtet weitere Schließungen

Für die Gastronomie und die Nachtgastronomie kann es im Zuge des Stufenplans ebenfalls zu Verschärfungen kommen. Rainer Schöner, Besitzer des Gasthaus Riedl-Schöner in Mank, verrät: „Es ist für uns schwierig.“ In seinem Gasthaus werden die Vorschriften streng eingehalten, zusätzlich sollen seine Mitarbeiter künftig wieder eine Maske tragen: „So können meine Mitarbeiter keinen Gast anstecken und umgekehrt“, meint er.

Hinsichtlich des Stufenplans werde das Gasthaus alles einhalten, schildert er und hofft dabei im Gegenzug, „dass wir offen haben dürfen“. Derzeit würde die Überprüfung der 3G-Regel problemlos funktionieren, die meisten Gäste seien geimpft, andere nutzen die Möglichkeit, vor Ort einen Selbsttest durchzuführen. Auch das System der Registrierungen funktioniere jetzt sehr gut. Für die Zukunft sieht er vor allem im Bereich der Nachtgastronomie eine Schwierigkeit, denn hier gehe es ebenso um die sozialen Kontakte, auf die junge Menschen lange Zeit verzichten mussten. 

Charly Draxler ist einer der Geschäftsführer des Nachtlokals Pulverfass in Ybbs. Er erklärt, dass Fortgehen derzeit nicht mit der Zeit vor Corona vergleichbar ist: „Man kann sagen, es sind knapp 50 Prozent weniger Gäste als vorher.“ In der Nachtgastronomie gilt derzeit noch die 2G-Regel, wodurch Partygäste, die von etwaigen Festen mit 3G-Nachweis in das Pulverfass pilgern, keinen Einlass finden.

„Das ist mühselig“, bedauert Draxler. Wenn es zu Verschärfungen in diesem Bereich kommt, „muss man schauen, ob es sich rentiert“, meint er und fürchtet einen „harten Winter“. Das Lokal habe mit Einbußen zu kämpfen, etwaige schärfere Maßnahmen „lassen diese noch weiter absacken“, meint er. Trotz alledem bleibt Draxler optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass wieder alles normal wird und hoffe, dass wir nächstes Jahr über den Berg drüber sind.“

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