Bezirk Melk: Der Süden versinkt im Wasser . Die starken Regenfälle der letzten Tage führen zu dramatischen Situation im Bezirk Melk. „Der gesamte Süden des Bezirks ist betroffen. Dort versinken wir aktuell fast im Wasser“, schildert Bezirkskommandant-Stellvertreter Anton Jaunecker die aktuelle Situation. Zur Stunde befinden sich rund 35 Feuerwehren im Einsatz. Die meisten Probleme bereiten aktuell die Flüsse Ybbs, Mank, Pielach und Melk.

Von Markus Glück. Erstellt am 21. Juni 2020 (16:52)

In der Region Mank befindet sich laut Abschnittskommandant Manfred Babinger die Melk im Bereich Ruprechtshofen am absoluten Limit. „Gehen die Regenfälle so weiter, wird die Melk über die Ufer treten. Die Feuerwehren im Norden des Bezirks stehen bereits, falls wir Hilfe benötigen“, erklärt Babinger. Aktuell ist die Feuerwehr mit dem Befüllen von Sandsäcken und Kellerauspump-Arbeiten beschäftigt. Als angespannt bezeichnet Ruprechtshofens VP-Bürgermeister Leopold Gruber-Doberer die Situation: „Meine Prognose sagen aber, dass der Regen aufhört.“

Besonders stark betroffen ist auch die Region Ybbs. „Hotspot ist aktuell Blindenmarkt“, berichtet Abschnittskommandant Josef Riegler. Der Ort Ennsbach (Gemeinde St. Martin-Karlsbach) ist komplett überflutet. In Dürnbach (Petzenkirchen) sind mehrere Häuser überflutet. Probleme gibt es auch in Königstetten, Kemmelbach und Neumarkt. In Neumarkt richtete die Feuerwehr aufgrund der Situation entlang der Ybbs eine Hochwassersperre ein. „Uns tun gerade die lokalen Regenfälle sehr weh“, sagt Riegler.

In Ybbs wurden kleinere Wege, wie etwa der Radweg bei der Firma Storaenso gesperrt. Die Feuerwehr errichtet Barrieren, um das Eindringen in einige Häuser zu verhindern. „Wir sind alle in Bereitschaft. Bei der Donau ist dafür alles ruhig“, informiert der Ybbser SP-Bürgermeister Alois Schroll. Das bestätigt auch Jaunecker: „Die Lage entlang der Donau ist derzeit komplett entspannt. Dort haben wir noch gut drei Meter Platz.“

Im Bereich der Bezirkshauptstadt Melk stehen die Feuerwehren seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Der Parkplatz Räcking musste gesperrt werden. „Trotzdem wir für Melk und die Pielach ein fünfjähriges Hochwasser erwarten, ist die Lage dank der professionellen Arbeit unserer Organisationen unter Kontrolle“, betont Melks VP-Bürgermeister Patrick Strobl. Im Bereich des Feuerwehrhauses Spielberg wurde vorsorglich der Hochwasserschutz aufgebaut.