Ein Jahr im Sozialdienst. Immer mehr Maturanten entscheiden sich nach Schulabschluss für ein „Soziales Jahr“. Rettungsorganisationen und Pflegeeinrichtungen zählen auf diese Dienste.

Von Claudia Christ. Erstellt am 04. März 2018 (05:00)
Rotes Kreuz
Julia Steiner aus Petzenkirchen, Janin Faffelberger aus Bergland, Jasmine Riegler aus Ybbs und Sandra Kowalska aus Mank (v. l.) leisten derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr auf der RK-Bezirksstelle in Ybbs.

Wer nach Schulabschluss Erfahrungen im Sozialbereich sammeln möchte, der ist mit einem Jahr mit freiwilligem Dienst gut bedient. Neben der Praxiserfahrung wird das Angebot auch gerne zur Überbrückung einer Wartezeit genutzt.

NÖ: 167 Jugendliche freiwillig im Rot-Kreuz-Einsatz

Auch Janin Faffelberger aus Bergland hat sich für das Engagement beim Roten Kreuz in Ybbs entschieden. Die 20-Jährige überbrückt damit das Jahr bis zur Aufnahmeprüfung an der Fachschule für Physiotherapie. Nach der Ausbildung zum Rettungssanitäter ist sie nun 34 Stunden pro Woche hauptsächlich im Krankentransport im Einsatz. „Ich bereue die Erfahrung auf keinen Fall und werde auch danach weiter im Rettungsdienst arbeiten“, so die Bergländerin.

Derzeit sind niederösterreichweit freiwillig 167 Jugendliche ab 18 Jahren im Rotkreuz-Einsatz. Tendenz steigend. Neben den Rettungsorganisationen bieten auch Vereine wie der „Verein zur Förderung Sozialer Dienste“ eine vielfältige Palette an Möglichkeiten, sich im Sozialbereich zu engagieren. „Derzeit konnten von uns österreichweit 600 junge Menschen vermittelt werden. Mehr als ein Viertel davon kommt aus Niederösterreich“, informiert Mostviertel-Referentin Maria Hochholzer.

Engagement im Pflege- und Betreuungsdienst

Nach Bewerbung, Auswahlverfahren sowie einer pädagogischen und fachlichen Einschulung sind die Engagierten für ihren Einsatz gerüstet. „Wir sind froh, dass wir diese Unterstützung haben“, schätzt auch der Leiter der Caritas-Werkstättein St. Leonhard, Karl Schweiger, das Engagement seiner derzeitigen Mitarbeiterin. „Neben Hilfsdiensten im Betreuungs- und Pflegedienst packt sie auch noch in der Werkstätte mit an“, erklärt er. Seit September hilft Theresa Kirschner im Haus „Rettet das Kind“ in Leiben mit. Hier werden Kinder zwischen sechs und 16 Jahren aus zerrütteten Familien betreut.

„Ich helfe bei den Hausaufgaben, bereite das Essen zu und verbringe mit den Kindern die Freizeit“, erzählt die 19-Jährige. Nach der Matura wollte sie sich ein Jahr Auszeit gönnen und Erfahrungen sammeln. „Es ist manchmal eine Herausforderung, aber dank der Seminare kann ich auch solche Situationen bewältigen“, berichtet sie und ergänzt: „Ich will auf jeden Fall auf diesem Gebiet weitermachen.“ Die Bewerbungen für sämtliche Fachschulen für Sozialarbeit hat die junge Frau bereits abgeschickt.