Erfolg für Polizei: Kriminalität im Sinkflug. Exekutive zieht durchwegs positive Bilanz – bis auf Taschendiebstähle. Zahl stieg enorm an.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 02. Oktober 2018 (05:01)
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Ein Blick auf die Kriminalitätsstatistik bis September 2018 zeigt: Der Bezirk Melk ist im Vergleich zum Vorjahr sicherer. „Die Gesamtkriminalität ist im Bezirk Melk zum Vorjahr um gut acht Prozent gesunken, sofern die Zahlen bis Jahresende auch so halten“, zeigt sich Chefinspektor Herbert Oberklammer optimistisch.

Besonders erfreulich: Die Zahl der Wohnhauseinbrüche ging deutlich zurück. „Vor zehn Jahren verzeichneten wir 580 Einbrüche, im Vorjahr schon etwa 200 weniger. Als Zwischenbilanz zählen wir 2018 knapp 190“, erklärt Oberklammer eine deutliche Verminderung mit der Zeit. Jetzt, in der Herbstzeit, warnt die Exekutive allerdings vermehrt vor Dämmerungseinbrüchen. Besonders ebenerdige Wohnungen und Häuser mit Garten sind beliebte Einbruchsobjekte: Die Polizei appelliert an erhöhte Aufmerksamkeit und geschlossene Fenster.

„Die Gesamtkriminalität ist im Bezirk zum Vorjahr um acht Prozent gesunken, sofern die Zahlen bis Jahresende so halten.“Herbert Oberklammer

Ebenso seltener kommt es aufgrund von Gewaltdelikten zu Anzeigen. Waren es 2017 insgesamt etwa 215 Angriffe auf Leib und Leben, zählt die derzeitige Bilanz weniger als die Hälfte. „Wenn der Trend so bleibt, haben wir einen tollen Rückgang der Gewaltdelikte im Bezirk zu verzeichnen“, kommentiert Oberklammer die festgehaltenen Zahlen.

Dreimal meldeten Betroffene bis dato, dass sie Opfer von sexueller Belästigung wurden. „Im Vorjahr zählen wir insgesamt siebzehn Delikte“, betont der Chefinspektor, dass es auch hierbei bislang zu weniger Anzeigen kam als im Vorjahr.

2017 erreichte der Suchtmittelmissbrauch im Bezirk eine traurige Spitze mit über 200 Anzeigen. Ein Wert, der nach dem jetzigen Stand weit weg liegt: Bislang kam es zu 99 Delikten.

Einzig und allein ein Balken schießt im Vergleich zu den Vorjahreszahlen in der Grafik hinaus: Waren es 2017 insgesamt 83 Brieftaschendiebstähle, sind es 2018 schon 96. „Das ist ein enormer Anstieg“, findet der Chefinspektor.

Schutz vor Taschendieben

Es gibt ein paar Tricks, wie man sich vor Taschendieben schützen kann: Meistens gehen die Täter in Teams vor: Einer lenkt ab, während der andere zugreift. Am besten ist es, Wertgegenstände immer direkt am Körper und in Sichtweise zu verstauen. Das gilt auch für den Restaurantbesuch – ein Mantel, der auf einem Sessel hängt, ist unbeobachtet. Wenn fremde Menschen auf der Straße oder beim Einkauf um Wechselgeld bitten oder nach dem Weg fragen, ist ebenso Vorsicht geboten: Vielleicht ist das nur ein Ablenkungsmanöver, damit der Komplize zuschnappen kann.