Fastenzeit als Ausgleich für Körper und Seele. Die vierzig Tage nach Aschermittwoch nützt jeder für sich anders. Aus religiösen Gründen wird selten gefastet.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 16. April 2019 (04:34)
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Der Geist war willig, doch das Fleisch war schwach: Die 40-tägige Fastenzeit verlangt manchen viel ab. Von Aschermittwoch bis Karfreitag sollten gläubige Katholiken fasten. Neben Fleisch wird mittlerweile auch gerne auf Internet, Soziale Medien, Rauchen oder auch auf das Smartphone verzichtet.

Allgemein betrachtet hat das Vorenthalten von diversen Dingen eine körperlich-seelische Reinigung. Beim Frühjahrsputz für den Körper gilt es, sich auf das Wesentliche zu besinnen und Ballast abzuwerfen. Dabei ein besonders beliebter Nebeneffekt: das Verlieren von Kilos.

„Der Körper sollte heruntergefahren werden und der Verdauungstrakt muss einmal komplett leer sein.“Paul Scharner, Fußballspieler SC Melk

„Seit ich mit dem Rauchen aufgehört habe, kämpfe ich gegen überschüssige Kilos. Die Fastenzeit hilft dabei“, erklärt der Zweite VP-Landtagspräsident und Texingtaler Bürgermeister Gerhard Karner. In den 40 Tagen ernährt er sich vor allem bewusster. „Ich verzichte auf Kohlenhydrate und esse ab 17 Uhr nichts mehr. Auch beim Alkohol bin ich strikter“, berichtet Karner. An den Sonntagen, die vom Fasten ausgenommen sind, gönnt er sich bei besonderen Anlässen ein Achterl.

Sommerspiele Melk-Intendant Alexander Hauer nützt die Fastenzeit anders. „Für mich ist die Karwoche meine Rückzugswoche. Ich nehme mich bewusst aus dem Alltag heraus“, erklärt er. In dieser Zeit lädt er seine Batterien wieder auf, fährt fort und lässt sich von neuen Eindrücken inspirieren. „So typisches Fasten steht nicht auf dem Spielplan. Denn ich habe für mich festgestellt, dass Eigenverbote nicht gehen. Da bekomme ich noch mehr Lust“, schmunzelt Hauer.

Bezirksbäuerin Elisabeth Schwameis verlegt die heurige Passionszeit auf die Zeit nach Ostern. Und das aus einem guten Grund: Sie hat fünf berufliche Abendtermine, da gibt es immer etwas zu essen oder trinken. Schon seit einigen Jahren versucht die Bezirksbäuerin, auf Dinge in den 40 Tagen zu verzichten. „Meinen Kaffee zu streichen, fällt mir besonders schwer“, gibt sie zu. Der Beweggrund zum Fasten ist, dass es ihrem Körper guttut. Außer in der Karwoche, da verzichtet sie aus religiösen Gründen. Einer, der sich auch nicht unbedingt zur Fastenzeit in Verzicht übt, ist der SP-Landtagsabgeordnete Günther Sidl. Er fastet unabhängig von der Zeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag drei Wochen lang. „Diese Pause ist wichtig, denn ich bin durch und durch ein Genussmensch“, weiß Sidl. Fast schon ein Fasten-Profi ist SC Melk-Kicker Paul Scharner. Der Sportler reduziert des Öfteren seine Nahrungsmittel.

„Ich bin Fan vom Intervallfasten. Dabei bevorzuge ich den 16:8-Takt“, stellt Scharner klar. Das bedeutet: Innerhalb von acht Stunden wird gegessen, die restlichen 16 Stunden wird gefastet. Der Verzicht auf Zucker fällt ihm sehr schwer. „Vor allem nach einem Match ist es eine Herausforderung“, seufzt der ehemalige Premier-League-Spieler. Doch der Fußballer weiß: Es ist wichtig, dass der Körper einmal komplett heruntergefahren wird und der Verdauungstrakt leer ist. Dann gibt es keinen Heißhunger. Bezirkshauptmann Norbert Haselsteiner hält sich zum Thema Fastenzeit eher bedeckt. „Das ist etwas sehr Persönliches und muss nicht öffentlich gemacht werden“, meint Haselsteiner.

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