Georg Strasser: „Wolf muss wissen, wo er hingehört“. Bauernbund-Präsident Georg Strasser fordert Lösungen für Landwirte. Bei Rissen bietet Land Entschädigungen.

Von Anna Faltner. Erstellt am 27. Juni 2018 (05:00)
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In Oberösterreich ist der Fall bereits eingetreten: Zwei Schafe wurden von einem Wolf getötet. Mehrere Wolf-Sichtungen gab es auch schon im südlichen Waldviertel, allerdings noch keine Risse. Die Angst bei den Landwirten aus der Region ist dennoch da. Das weiß vor allem der Nöchlinger Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

„Ich wurde schon von mehreren Schafbetrieben kontaktiert. Sie fragen, was sie tun können“, erzählt er. Zwar bieten Land und Landwirtschaftskammer den Betroffenen bereits Entschädigungen bei Rissen an, eine Lösung ist das für Strasser aber nicht. „Es geht um den Umstand, dass Haus- und Nutztiere von einem wilden Tier umgebracht werden. Das ist das Problem.“

Für Entschädigung muss Wolf-Riss bestätigt sein

Voraussetzung für eine solche Entschädigung ist der Nachweis durch eine DNA-Probe, dass der Schaden tatsächlich durch einen Wolf entstanden ist. „Sollte jemand einen Schaden erleiden, ist das dem Wolfsbeauftragten zu melden. Der übernimmt die Ursachen- und Schadensermittlung“, weiß Landwirtschaftskammer-Sekretär Martin Auer. Für die Schäden – großteils Weidetiere – gibt es verschiedene Werte.

Währenddessen pocht der Bauernbund-Präsident weiter auf gemeinsame Lösungen, um Risse generell zu vermeiden. Gemeinsam mit VP-Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger initiierte er ein Wolf-Kompetenzzentrum in der Steiermark. „Dabei geht es uns vor allem um den Erfahrungsaustausch und die Begleitung der betroffenen Landwirte. Wir müssen uns anschauen, was funktioniert und was nicht“, betont Strasser.

Er wünscht sich faktenorientierte, keine emotionale Kommunikation. Lösungen wären etwa der Herdenschutz sowie das Vergrämen des Wolfs aus den Siedlungsgebieten. „Er muss spüren, dass er nicht dorthin gehört. Mittlerweile ist er aber schon in der Nähe der Siedlungsgebiete.“