Grippeimpfung: Nachfrage ist deutlich höher. Obwohl die Grippesaison erst bevorsteht, sind Impfdosen bereits jetzt stark gefragt.

Von Michael Bouda. Erstellt am 23. September 2020 (05:42)
Die erste Lieferung an Grippeimpfstoffdosen erwartet Ulrike Diernegger-Gradwohl für Ende September oder Anfang Oktober. Dies sei aber „durchaus im üblichen Rahmen“.
Michael Bouda

Noch ist in den Regalen der Melker Landschaftsapotheke kein Grippeimpfstoff zu finden. Dieser wird, wie üblich, erst Ende September oder Anfang Oktober eintreffen. Dennoch unterscheidet sich 2020 von den Jahren davor. Mehr Menschen wollen sich gegen die Influenza impfen lassen.

Erste Anfragen im August: „Hat's noch nie gegeben“

„Wir haben ganz deutlich eine erhöhte Nachfrage gemerkt – vor allem zeitlich“, sagt Ulrike Diernegger-Gradwohl, Leiterin der Melker Landschaftsapotheke, im Gespräch mit der NÖN und verweist darauf, dass sie und ihr Apotheken-Team bereits im August die ersten Reservierungen entgegengenommen haben. „Das hat es noch nicht gegeben.“

Diesen Trend sieht auch Harald Waxenegger, Mediziner in Loosdorf und Bezirksärztevertreter der Ärztekammer im Bezirk Melk: „Die Nachfrage in diesem Jahr ist, im Vergleich zu den letzten Jahren, deutlich höher – sicher auch aufgrund der aktuellen Coronapandemie.“

Die gesteigerte Nachfrage geht allerdings damit einher, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte. Denn nach wie vor sei unklar, wie viele Impfstoffdosen pro Apotheke ausgeliefert werden, wie Diernegger-Gradwohl schildert.

„Obwohl wir rechtzeitig einen um ein Drittel erhöhten Bedarf angemeldet haben“, erzählt Diernegger-Gradwohl. Panik sei allerdings nicht angebracht. „Wir rechnen mit weiteren Teillieferungen im November“, beruhigt die Apothekerin.

Menschen ab 60 Jahren sollten sich impfen

Dass eine Grippeimpfung sinnvoll ist, heben beide Professionisten hervor. „Impfen lassen sollten sich alle Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Auch alle Jüngeren mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen“, sagt Waxenegger. Diernegger-Gradwohl rät gefährdeten Personen mit Lungenerkrankungen zudem zu einer Impfung gegen Lungenentzündung.

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