Grüne verdoppeln ihre Ortsgruppen. Erstmals kämpfen die Grünen in acht Gemeinden um Stimmen. Transparenz und Umwelt als Top-Themen.

Von Markus Glück. Erstellt am 14. Januar 2020 (04:45)
Die Spitzenkandidaten der acht Grünen-Ortsgruppen mit Bezirkschef Emmerich Weiderbauer (r.): Astrid Wallner, Tabea Kriechbaum, Bettina Schneck, Timm Uthe, Barbara Gassner, Thomas Weinzettel, Alexandra Weldschek und Franz Hahn (v. l.).
Markus Glück

Mit einer Rekordzahl von 70 Kandidaten und acht Ortsgruppen gehen die Bezirks-Grünen in die Gemeinderatswahl – eine Verdopplung zur vergangenen Gemeinderatswahl 2015. Bei der Kandidatenpräsentation wünscht sichBezirkschef Weiderbauer in jeder Gemeinde zumindest zwei Mandate: „Alleine ist es nicht lustig, das weiß ich aus eigener Erfahrung.“

In Artstetten-Pöbring , wo die Grünen erstmals antreten, will Spitzenkandidatin Tabea Kriechbaum die bestehenden Strukturen aufbrechen: „Bei uns ist vieles intransparent. Die VP schaltet und waltet, wie sie möchte, als Bürger bekommt man davon wenig mit.“ Sie möchte die „grünen Überschriften“ des Ortschefs mit Inhalten befüllen.

Nach 20 Jahren „Einsamkeit“ im Gemeinderat will Franz Hahn im Dunkelsteinerwald ein zweites Mandat erobern. Angesprochen auf die turbulenten vergangenen Jahre in der Gemeinde, will Hahn Akzente für ein besseres Zusammenwachsen setzen. „Mit der Zukunftswerkstatt haben wir einen Weg eingeleitet. Wir sollten diesen weiterführen“, betont Hahn.

Turbulent ging es im letzten halben Jahr auch in Emmersdorf zu. Die Abspaltung innerhalb der ÖVP lässt Grünen-Kandidatin Astrid Wallner auf eine „Regierungsbeteiligung“ und ein Brechen der absoluten VP-Mehrheit hoffen. 2015 gelang den Grünen beim ersten Antreten mit mehr als 20 Prozent ein Rekordergebnis. „Die ÖVP richtet sich in Emmersdorf nach dem Land, nicht nach den Bedürfnissen der Emmersdorfer. Wir hingegen haben ein offenes Ohr für die Gemeindebürger und wollen mehr Mitsprache“, sagt Wallner.

Das Brechen der Mehrheit ist auch in Leiben das Ziel von Spitzenkandidatin Barbara Gasner: „Es braucht frischen Wind und Transparenz. Wir haben sechs Gemeinden, es geht derzeit aber immer nur um Leiben.“

Mit grünen Ideen will Timm Uthe erstmals in Mank punkten. Urban Gardening, eine bessere Wasserqualität und Bewusstseinsbildung bei Umweltfragen sind dabei die Ziele. „Wir attestieren unserem Bürgermeister ein grünes Herz. Wir wollen ihn unterstützen, ‚grüner‘ zu werden“, meint Timm.

In Melk gelang den Grünen mit Spitzenkandidatin Bettina Schneck ein Generationenwechsel. Die Themen: ein Masterplan für die wachsende Stadt und der Kampf gegen die Zitronensäurefabrik Jungbunzlauer.

Verdreifachen will Pöchlarns einzige Grünen-Mandatarin Alexandra Weldschek die Mandatszahl. „Drei Mandate bedeuten einen Sitz im Prüfungsausschuss“, kämpft Weldschek für mehr Transparenz und eine autofreie Innenstadt ab 18 Uhr.

In Schönbühel-Aggsbach treten Thomas Weinzettel und sein Team an, um mehr Bürgerbeteiligung und ein verschönertes Ortsbild zu erreichen. „Bei uns wird alles asphaltiert. Es gibt bisher keine echte Opposition, das wollen wir ändern.“