Helfer in Not: Wenn die Luft zu dünn wird. Das Rote Kreuz und der Samariterbund suchen eine Lösung für ihre finanzielle Zukunft.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 07. September 2019 (05:58)
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Symbolbild

Fehlende Freiwillige, finanzieller Engpass und Mangel an Nachwuchskräften: Die Sorgen der Rettungsorganisationen sind groß. Die ASBÖ-Ortsstellen Loosdorf und Dunkelsteinerwald haben in den letzten Wochen ihren Notstand deutlich gemacht.

Doch was sagt das Rote Kreuz zu diesem Dilemma? Sind sie ebenfalls betroffen davon? Und gibt die Landesorganisation des Samariterbundes Entwarnung?

Hannes Haberfellner, Rotkreuz-Bezirksstellengeschäftsführer von Ybbs, hat dazu eine ganz nüchterne Erklärung: „In der heutigen Zeit muss jeder haushalten und gut wirtschaften. Wir sperren aber keine unserer zehn Dienststellen im Bezirk zu.“

Rund 300 von den niederösterreichweiten 18.000 Freiwilligen leisten ihren Dienst in der Bezirksstelle Ybbs und der dazugehörigen Ortsstelle Blindenmarkt. Dazu kommen 1.800 Mitglieder, die dank ihrer Spenden einen wichtigen Beitrag leisten.

Finanzielle Herausforderung

Klar ist für Haberfellner aber auch, dass diese Finanzierung auch nachhaltig auf neue Beine gestellt werden muss. „Derzeit ist es eine Herausforderung bei nahezu gleichbleibenden Einnahmen die steigenden Kosten weiterhin zu decken“, gibt er zu.

Dass alles so rosig bei den Kollegen ist, glaubt Samariterbund-Sprecher Herbert Pfeffer nicht. „Wir sitzen alle im selben Boot“, sagt er. Der Grund, warum einige Ortsstellen zittern müssen, hängt auch mit der Größe zusammen. „Kleinere Organisationen haben nicht so einen langen Atem wie große vom Roten Kreuz“, stellt er klar.

Die Kostenaufteilung und die Verrechnung gehört überarbeitet. „Derzeit laufen die Gespräche mit dem Land und den Organisationen. Wir hoffen, es folgt eine zukunftsorientierte Lösung für unsere vier Stellen in Melk“, wünscht sich Pfeffer.

Wenn es nach ihm geht, sollten Gemeinden, Sozialversicherung, Land und Krankenkasse ein Gesamtpaket schnüren. Und das Zonenmodell überdenken. Ein weiteres großes Problem ist, dass die Freiwilligkeit allgemein abnimmt.