Hochzeit & Corona: Keine Lust mehr auf Traum in Weiß. Im Mai startet normalerweise Hochzeitssaison, Corona bleibt der „Liebeskiller“. Manche haben den Traum von der Zeremonie mittlerweile aufgegeben.

Von Denise Schweiger und Markus Glück. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:37)
Das Schloss Luberegg ist eine beliebte Hochzeitslocation – die Nachfrage wäre auch dieses Jahr groß.  Foto: Gleiß
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Ab Mai erklingen normalerweise die Hochzeitsglocken, werden die Ringe getauscht und die Sektkorken geknallt. Doch der Start der Hochzeitssaison muss warten – und damit viele Paare, die sich schon seit Monaten das Ja-Wort geben wollen.

Pandemie weiter als „Liebeskiller“

Die Corona-Pandemie erweist sich über ein Jahr nach ihrem Ausbruch im März 2020 weiterhin als hartnäckiger „Liebeskiller“. Manchen Paaren ist mittlerweile die Lust auf das rauschende Fest komplett vergangen, wie Franz-Josef Pichler vom Schloss Luberegg in Emmersdorf berichtet.

„Es gibt Paare, die mussten ihre Hochzeitspläne schon mehrere Male verschieben. Es ist so schade, wenn sie anrufen und endgültig sagen, dass sie ‚das jetzt bleiben lassen‘ – aber eine Hochzeit zu planen ist in der aktuellen Situation einfach wirklich schwierig“, sagt Pichler.

Die Feierlichkeiten im Mai sind im Schloss Luberegg allesamt abgesagt, manche Paare „halten an ihren Terminen im Juni fest“, berichtet der Emmersdorfer. Die Buchungslage wäre gut, die Nachfrage da – doch leider auch Ungewissheit. In einer Pressekonferenz stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz zuletzt in den Raum, dass Hochzeiten ab Juli wieder möglich sein könnten.

Pichler wünscht sich, dass die Bundesregierung klare „Spielregeln“ vorgibt: „Es sind einfach so viele Fragezeichen in der Luft, die Menschen brauchen gesetzliche Gewissheit, um ernsthaft planen zu können.“

Bis vor Kurzem waren die Samstage im Hotel Schachner in Maria Taferl noch für die nächsten Monate mit Hochzeiten ausgebucht. Seit der besagten Pressekonferenz hat sich die Situation laut Marie Schachner auch am Taferlberg stark verändert: Alle Hochzeiten von April bis Juni sind verschoben.

Viele Verschiebungen auf das nächste Jahr

Auch Schachner berichtet von Paaren, die mittlerweile gar nicht mehr heiraten wollen – doch die meisten Hochzeiten seien auf Herbst oder auf das kommende Jahr verschoben worden.

Das deckt sich mit Iris Brankls Erzählungen: Anfangs war der Kalender für 2021 auf dem Schreibtisch der Pfarrsekretärin der Basilika Maria Taferl nämlich noch gut gefüllt, mittlerweile leeren sich die Kalenderblätter aber wieder.

„Es ist ganz traurig, alle Hochzeiten für April, Mai und Juni müssen verlegt werden“, gibt Brankl Einblick. In der Basilika Maria Taferl hält man sich an die Vorgaben der Bischofskonferenz – Trauungen wie auch Taufen, Erstkommunionfeiern oder Firmungen seien dieser zufolge auf einen späteren Zeitpunkt zu legen.

So werden etwaige Hochzeitsplanungen auch im Stift Melk gehandhabt. „Trauungen sind einige für Sommer und Herbst eingetragen, es gab aber auch schon Absagen und Verschiebungen auf 2022“, informiert Sprecherin Doris Bracher auf NÖN-Anfrage.

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