Knalleffekt: Alle betroffenen SPÖ-Ortsgruppen gegen Donauuferbahn Neu

Erstellt am 24. Februar 2022 | 17:00
Lesezeit: 3 Min
mel17MarbachNövog
Schienentrasse, Grundstücke und Gebäude der stillgelegten Donauuferbahn zwischen Weitenegg und Weins werden von der NÖVOG zum Verkauf angeboten. In Marbach sorgt der Grundstückskauf derzeit für heftige Diskussionen.
Foto: NOEN, Foto: Gerald Götsch
Nach Gesprächen mit Landesvorsitzenden Franz Schnabl und EU-Abgeordneten Günther Sidl gibt es erstmals eine einheitliche Linie bei der SPÖ. Die Partei ist gegen die Reaktivierung der Donauuferbahn und fordert stattdessen eine Ringlinie mit Elektrobussen für die Region.
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Es hat Jahre gedauert bis sich die SPÖ-Fraktionen entlang der Donauuferbahn und im Bezirk Melk auf eine gemeinsame Linie - im Kampf für oder gegen die Revitalisierung der Donauuferbahn - geeinigt haben.

Nach Gesprächen von Landesparteichef Franz Schnabl und EU-Abgeordneten Günther Sidl mit allen betroffenen SPÖ-Fraktionen gibt es jetzt einen Knalleffekt: Sämtliche SPÖ-Ortsgruppen von Hofamt Priel bis Leiben sowie Ybbs sprechen sich gegen die Reaktivierung der Bahn aus.

Bisher stimmten die SPÖ-Fraktionen in Marbach und Hofamt Priel stets für die Erhaltung der Bahn. In Ybbs wollte man die Resolution ebenso unterstützen, um den Lkw-Verkehr des Hartsteinwerks Loja auf die Schiene und weg vom Ybbser Stadtgebiet zu bringen.

Anstelle des Bahnverkehrs fordert die SPÖ - unterstützt von den EU-Abgeordneten Günther Sidl und Nationalratsabgeordneten Alois Schroll - , die Installierung einer Ringlinie samt Lückenschluss mit Elekrobussen. Konkret soll die Linie auf beiden Donauseiten verkehren und unter anderem auch die Städte Ybbs, Pöchlarn und Melk verbinden. Eine ähnliche Idee hat zuletzt auch Hofamt Priels ÖVP-Bürgermeister Friedrich Buchberger ins Spiel gebracht. „Wir brauchen ein starkes Öffi-Angebot im Bezirk, mit dem alltägliche Erledigungen, wie das Einkaufen oder Arztbesuche, genauso möglich sind, wie eine touristische Nutzung von der auch unsere Gemeinden profitieren“, meint Sidl. Ähnlich sieht es Schroll: „Es braucht ein günstiges und gut-ausgebautes Öffi-Angebot. Und genau das fordern wir für die Menschen in unserem Bezirk als Ersatz für die zerstörte Donauuferbahn.“

Angesprochen auf den geplanten Ausbau beim Hartsteinwerk Loja und den Anstieg auf weitere 24.000 Lkw-Fahrten in den kommenden 15 Jahren, bekennt die SPÖ ebenso klar Stellung. Sie spricht sich für die Installierung eines donauquerenden Förderbandes von Persenbeug-Gottsdorf nach Krummnußbaum und der dortigen direkten Verlagerung in Güterzüge aus um die Region vom Lkw-Verkehr zu entlasten. „Ein Förderband mit klar geregelten, geringen Betriebszeiten, wäre eine tragbare Lösung für Anwohner und die Umwelt“, meint Sidl. Die Verladung auf die Bahn in Krummnußbaum soll in einer eigenen Halle erfolgen.

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