Mehr Turnsäle gefordert. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis hin zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 10. September 2019 (05:35)
Ho-Ga
Sabine Hubmayer, Rock the billy-Trainerin, nutzt die Halle in Loosdorf gerne für ihre Sportveranstaltungen.

Sportstätten geben der jeweiligen Sportart erst den passenden Rahmen. Sei es, um vom Wetter unabhängig zu sein oder sich ungestört im Freien sportlich betätigen zu können. Dass viele Sportstätten im Besitz der öffentlichen Hand sind oder es sich um Turnsäle von Schulen handelt, kann allerdings mühsam sein. Wollen also Vereine diverse Stätten nutzen, braucht es engen Kontakt – und ein gutes Einvernehmen – mit den Besitzern.

SP-Sportrat Jürgen Eder aus Melk begrüßt die Aktivitäten der Vereine. „Wir sind jedes Jahr ausgebucht. Insgesamt nutzen acht Vereine unsere Sportstätten in der Schule“, freut sich Eder. Damit es zu keinen Terminkollisionen kommt, wird immer ein Plan erstellt.

Gerhard Schuberth, Obmann der Melker Sportunion, weiß, wie wichtig der Zugang für Vereine von Sportstätten ist. „Jeder sollte auf seinen Körper schauen und sich sportlich betätigen“, meint Schuberth. Laut ihm könnte es noch mehr Räumlichkeiten geben, mit jenen in Melk ist er aber ganz zufrieden. Die Sportunion bedient mit ihrem Programm Jung und Alt.

Besonders erfreut ist Schuberth über das neue Projekt der Stadt. „Ein Outdoor-Fitnesspark ist zum Greifen nahe. Es fehlt nur mehr die Förderzusage“, so der Obmann verheißungsvoll. Die neue Sportstätte ist unter dem Stadion geplant. „Die Sportunion wird auch hier Trainingsstunden anbieten“, verspricht Schuberth.

„Wenn man Sport bei jedem Wetter machen will, ist man auf solche Hallen angewiesen. Es könnte ruhig mehr davon geben“ Sabine Hubmayer, Trainerin

Über ein reges Treiben in der Turnhalle – nicht nur während der Schulzeit – freut sich auch VP-Bürgermeister Manfred Roitner aus Kilb. Hauptsächlich abends und an den Wochenenden werden die Hallen der Volks- und Neuen Mittelschule an Vereine und auch Privatpersonen vermietet. „Bis zu 90 Prozent werden die Räumlichkeiten von September bis Juni durch die Kilber Klubs belegt“, erklärt der Ortschef.

Ein Hauptmieter in den Sälen ist der Volleyball-Verein. „Mit 18 Trainingsstunden pro Woche haben wir glücklicherweise ein gewisses Vorrecht für die Wahl unserer Termine“, grinst Obmann Benjamin Kargl. Auch in den Ferien stehen ihnen die Türen offen.

Eine, die regelmäßig durch die Sportstätten im Bezirk turnt, ist Sabine Hubmayer. Sie gibt für Vereine, Parteien oder auch als Privatperson Stunden in Zumba, Rock the billy, Lachyoga oder Kindertanzen. „Wenn man Sport bei jedem Wetter machen will, ist man auf solche Hallen angewiesen. Daher könnte es ruhig mehr davon geben“, meint sie.

Umfrage beendet

  • Sportanlagen in NÖ Schulen für Vereine öffnen?