Postbeamter sackte 200.000 Euro ein. Postler (56) plünderte 17 Jahre lang die Sparbücher seiner Kunden. Vor Gericht fasste er 18 Monate teilbedingte Strafe aus.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 15. April 2019 (05:46)
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Sparbücher seiner Kunden plünderte ein Postbeamter aus dem Bezirk Melk. Rund 200.000 Euro sackte er binnen 17 Jahren ein. Als Angeklagter sitzt er nun vor einem Schöffensenat am Landesgericht.

Lange blieb das kriminelle Treiben des 59-Jährigen unentdeckt. „Sie haben mir vertraut“, sagt er über die Opfer. Allein um 90.000 Euro brachte er einen Schulkollegen. „Wir waren gute Freunde. Geld, dass ich für ihn aufs Sparbuch hätte legen sollen, habe ich für mich behalten“, erzählt der 59-Jährige im Prozess. „Und bei Nachfrage haben Sie den Kauf von Wertpapieren vorgetäuscht und fingierte Erlagscheine ausgestellt“, setzt der vorsitzende Richter fort. Als es für den Postbeamten brenzlig wurde, zeigte er sich selbst an. „Und davor haben Sie noch in Rubbellose investiert. Das war wohl eine Verzweiflungstat“, weiß der Richter.

Was der Angeklagte mit dem ergaunerten Geld gemacht hat? „Ich habe kein ausschweifendes Leben geführt“, erklärt er. „Ich habe nur mehr ausgegeben als verdient.“

Um Milde bittet der Verteidiger des 59-Jährigen. „Mein Mandant hat die Karten auf den Tisch gelegt“, sagt er und spricht sich für Verhängung einer bedingten Strafe aus.

Dem kommt der Senat nicht nach. Wegen Untreue und Urkundenfälschung setzt es 18 Monate teilbedingt, sechs Monate davon unbedingt. „Hier steckt massive kriminelle Energie dahinter. Das sprengt das Durchschnittsmaß“, begründet der Richter. Nicht rechtskräftig.