„Ratschen in den Patschen“. Heuer wird im Garten oder auf dem Balkon geratscht. Kirchliche Prozessionen fallen aus.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek, Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 08. April 2020 (04:12)
Bettina Feilinger-Klammer mit Lea aus Albrechtsberg und Elisabeth, Matthias und Markus Mayrhofer aus Loosdorf ratschen im Garten.
privat

Covid-19 bringt auch die kirchlichen Bräuche rund um das Osterfest durcheinander.

Doch Pfarrer Daniel Kostrzycki vom Dekanat Ybbs hatte für die Ratschenkinder eine tolle Idee. Normalerweise gehen diese in der Karwoche mit ihren Ratschen durch die Orte, doch heuer ist wegen dem Coronavirus alles anders. „Aber wir wollen nicht auf diesen Osterbrauch verzichten“, erklärt Kostrzycki. Daher rief er die Aktion „Ratschen in den Patschen“ ins Leben. Die Ratschenkinder sollen sich zu den üblichen Zeiten zum Fenster, auf den Balkon oder in den Garten stellen und ratschen und ihre gebräuchlichen Ratschensprüche aufsagen. Eine ähnliche Aktion haben sich auch Familien aus Albrechtsberg (Loosdorf) ausgedacht. Sie werden – wie auch die Ministranten der Pfarre Loosdorf – ihre Ratschen im Garten knattern lassen.

NOEN

Der Pfarrverband St. Koloman und das Stift Melk bieten auf den jeweiligen Homepages Tipps für Feierhilfen der Osterfeierlichkeiten in den eigenen vier Wänden. Die Klostergemeinschaft wird gemeinsam mit Abt Georg Wilfinger und Pater Lukas Roitner die Osterliturgie stellvertretend für alle Gläubigen im kleinsten Rahmen feiern. „All die Sorgen und Hoffnungen sind dabei in die Gebete mit hineingenommen“, erklärt Abt Wilfinger. Die Pfarrkirchen sind in der Karwoche von 9 bis 17 Uhr für das persönliche Gebet geöffnet. Es dürfen sich aber maximal fünf Personen gleichzeitig im Kirchenraum aufhalten.

Ähnlich gestalten sich die Osterfeierlichkeiten in der Basilika Maria Taferl. Die Geistlichen feiern die Auferstehung Jesu dieses Jahr unter sich, wie Christian Schüller, Mitglied des Vereins zur Erhaltung der Basilika, erläutert: „Normalerweise zieht etwa eine Prozession durch den Ort. Das fällt heuer leider alles flach.“ Die Ostermesse am Taferlberg ist normalerweise gut besucht. Um die Gläubigen doch an der Zeremonie teilhaben zu lassen, flammte die Idee auf, per Livestream die Messe im Internet zu übertragen. Doch es blieb beim Versuch. „Es scheitert leider an der Tonqualität der Aufnahmen“, berichtet Schüller. Schwarzmalen will der Pfarrkirchenrat das Osterfest 2020 aber nicht. „Ostern ist ja nicht abgesagt – es gibt viele Möglichkeiten, ein schönes Fest zu feiern.“