Schüler-Boom: Ein Start in die neue Normalität. Corona-Ampel-System, viele Junglehrer – der Schulstart wird aufregend.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek und Leo Lugmayr. Erstellt am 02. September 2020 (05:28)
Anja, Lisa, Jakob, Niko, Nele und Jonas (v. l.) aus dem Kindergarten Heiligenblut (Raxendorf) sind schon gespannt auf ihren Schulstart.
Friedrich Reiner

Für knapp 6.000 Schüler aus dem Bezirk beginnt am 7. September so etwas wie der Start in eine neue Normalität. Nach dem Corona-Lockdown und Distance Learning im Frühjahr wird der Schulbetrieb künftig mit der Corona-Ampel geregelt. Je nach Farbe soll etwa die Maskenpflicht eingeführt oder der Unterricht ganz auf Distance Learning umgestellt werden. Die Lehrkräfte können sich zudem seit Montag kostenlos auf den Coronavirus testen lassen.

„Die Schule wird voraussichtlich relativ normal beginnen – also keine tageweisen Gruppenteilungen oder Ausdünnungen“, sagt der Bildungsmanager für die Region Mostviertel, Josef Hörndler. Doch die lokale Ampelregelung ist komplett neu. Bei grüner Ampel wird es einen Betrieb ohne Einschränkungen geben inklusive Musik und Sport. Bei Gelb oder Orange wird es verschiedene Abstufungen von Hygienemaßnahmen, Masken, Sonderregeln für Singen, Turnen und Veranstaltungen geben. Bei größeren lokalen Infektionszahlen wird auf Rot geschaltet, wobei es dann für einzelne Klassen und Schulen vor allem in höheren Schulstufen auch zur Umstellung auf Distance Learning kommen kann. Hörndler: „In den Schulen werden aber immer auch Betreuung und notwendige pädagogische Unterstützungen gewährleistet sein.“

In der Bildungsregion Mostviertel werden mit Herbst 91 Junglehrer ihren Dienst in Pflichtschulen erstmals antreten, 33 davon im Bezirk Melk. Das ist einerseits den steigenden Schülerzahlen geschuldet, andererseits kommt die Babyboomer-Generation der Lehrkräfte ins Pensionsalter.

In den Volksschulen erhöhen sich die Schülerzahlen um 22 Kinder von 3.236 auf 3.358, was einer zusätzlichen Klasse entspricht. In den Mittelschulen des Bezirks steigt der Schülerstand um 2,1 Prozent. Es werden in Summe 2.341 Schüler in den Klassen sitzen. 837 Taferlklassler drücken ab Herbst die Schulbank.

Mit einer Schüleranzahl von 235 Kindern löst heuer die Volksschule Ruprechtshofen die Volksschule Loosdorf als stärkste Schule ab – diese hat aktuell 233 Schüler. „Aber die Zahl schwankt permanent“, berichtet Susanne Auer, Direktorin von Ruprechtshofen. Sie und ihr Team haben sich gut auf den etwas anderen Schulstart vorbereitet. „Die Hygienemaßnahmen werden genau eingehalten, Sitzpläne müssen von den Lehrern fixiert werden, der Klassenverband wird als Familie betrachtet – Durchmischung gibt es keine“, erklärt Auer. Falls es zu irgendwelchen Vorfällen kommen sollte, werden sofort die Eltern in Kenntnis gesetzt. Doch eines hält sie fest: „Wir werden positiv ins Schuljahr starten – mit Vorsicht, aber die Kinder sollen trotzdem gerne in die Schule kommen.“

Schulmessen für Kinder der ersten Klassen

In den meisten Volksschulen im Bezirk gehen die Kinder der zweiten Klasse am ersten Tag direkt mit ihren Schulsachen in die Klassen. Messen gibt es nur für Kinder der ersten Klasse und der Vorschule. Danach darf maximal ein Elternteil die Kinder in die Klasse begleiten, wobei ein Mund-Nasen-Schutz bei den Erwachsenen erbeten wird. Auch bei den Klassenforen soll maximal ein Elternteil anwesend sein. „Wir wünschen uns alle, dass das Schuljahr halbwegs normal verläuft“, hofft Auer. Gut findet sie die Corona-Testung der Pädagogen vor Schulbeginn. „Das gibt einem ein gutes Gefühl“, meint Auer.

Elternvereinsobfrau Alexandra Hebenstreit aus Maria Taferl wünscht sich auch für ihre Kinder einen normalen Schulbetrieb. „Bei dem Thema ‚Homeschooling‘ sind viele Eltern einer Meinung: Bitte nicht mehr“, betont sie. Laut ihr wäre es für viele nicht mehr zu vereinbaren. Daher hofft sie auf eine dauerhafte grüne Phase.

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