Skifahren ist ein teurer Spaß. Österreich ist die Skination: Doch steigende Kosten erschweren die Leistbarkeit.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 14. Januar 2020 (04:34)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

„Weil skifoan is des leiwandste was ma si nur vorstell’n kann“, sang einst schon Wolfgang Ambros. An Schulen wird der Sport der Nation noch immer miteingebunden. Doch wie lange noch? Steigende Liftkartenpreise und abnehmende Unterstützung durch die Eltern vermindern die Teilnahme an den Schulskikursen. Die NÖN fragte nach: Ist der Schulskikurs ein Auslaufmodell?

Karl Mayer, Direktor Neue Mittelschule Mank.
NMS Mank

„Wir können uns nicht beschweren – die Mindestquote erreichen wir jedes Mal“, teilt Manfred Neureiter, Direktor der Musik-Mittelschule Melk, mit. Schließlich kann ein Schulskikurs nur dann stattfinden, wenn mindestens 70 Prozent der Schüler einer Klasse mitfahren. Die Kids der zweiten und dritten Klassen fahren immer nach Obertauern. Einzelne Skitage gibt es für alle Schulstufen. „Diese werden besser angenommen, als die Woche“, erklärt Neureiter.

Dass die einzelnen Tage besser besucht sind, bejaht auch der Direkter der Neuen Mittelschule Mank Karl Mayer. Er versteht, dass viele Eltern sich die immer teurer werdenden Schulskiwochen nicht leisten können. „Dafür gibt es aber eine finanzielle Unterstützung. Und der Rest will etwas für seine Kinder geboten haben. Das Programm hat sich eingespielt. Die Eltern wissen bei uns, was auf sie zukommt“, erklärt er. Durchschnittlich kostet eine Skiwoche 350 Euro. Dies variiert je nach Skigebiet. „Wir bieten aber auch ein Alternativprogramm für alle, die nicht die Piste hinab brettern wollen“, berichtet er.

Michael Reichl, Jauerling Lift-Geschäftsführer.
privat

In der Sportmittelschule Ybbs ist eine Skiwoche für Sportklassen ein Fixbestandteil in ihrem Schulzweig. Die Regelklassen nehmen daran eher weniger teil. „Skifahren ist teuer. Und privat fahren manche nie in die Berge“, resümiert die Direktorin Sandra Sandler.

Trotzdem schaut sie darauf, dass alle Klassen die gleiche Chance auf das Sporterlebnis haben. Vor allem sind die Skitage unter dem Jahr immer ein Highlight. „Hier fallen weniger Kosten an, daher sind Eltern eher bereit dazu, ihre Kinder mitfahren zu lassen“, glaubt Sandler. Sie findet, dass trotz der steigenden Kosten der Schulskikurs kein Auslaufmodell ist.

Einer, der sich dafür ausspricht, dass jedes Kind einmal auf den „Schneebrettern“ stehen soll, ist Michael Reichl, Lift-Geschäftsführer vom Jauerling. „Wir haben regelmäßigen Besuch von Schulen und Kindergärten – auch oft nur tageweise“, erklärt Reichl. Besonders stolz ist er auf das „Jauliland“. Hier können Kinder ab drei Jahren gratis Skifahren. „Mit dem Zauberteppich werden die Kleinen auf den Hügel gebracht und dann geht der Pistenspaß los“, freut er sich. Mit dieser Aktion kann jedes Kind kostenlos Skifahren lernen – einzig der Skilehrer kostet etwas.

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