Sommer-Bilanz: Tourismus ist auf Rekordkurs. Bezirk Melk verzeichnet 237.000 Nächtigungen. Spitzenreiter im Bezirks-Ranking: Melk, Emmersdorf und Maria Taferl.

Von Markus Glück, Michael Bouda und Denise Schweiger. Erstellt am 06. November 2018 (04:00)
Cayirci
Unmittelbar an der Autobahnabfahrt Loosdorf steht das „Sleep-in Premium“-Motel den Gästen an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung

Über ein Plus im Sommertourismus kann sich das Bundesland Niederösterreich, aber auch der Bezirk Melk freuen. Neben den Ankünften und Nächtigungen sind dabei laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) auch die Einnahmen aus dem Gesamtreiseverkehr gestiegen. Österreichweit haben die Ausgaben im Sommertourismus rund 9,6 Milliarden Euro ausgemacht. Insgesamt gab es im Bezirk mehr als 139.000 Ankünfte (+ acht Prozent) und 237.000 Nächtigungen (+ 7,8 Prozent).

Melk als Tourismusmagnet

Tourismusmagnet in der Region bleibt weiterhin die Bezirkshauptstadt Melk. Insgesamt 34.908 Ankünfte (+ 20 Prozent) sowie 52.218 Nächtigungen (+ 20,2 Prozent) bringen Melk auf Rekordkurs. Bereits im vergangenen Jahr konnte die Stadt ein Plus von 12,5 Prozent bei den Nächtigungen (60.870) erreichen.

Der Sprung über die magische 60.000er Marke sollte auch in diesem Jahr damit kein Problem sein. VP-Bürgermeister Patrick Strobl, der seit der Amtsübernahme als Stadtchef anstelle von Peter Rath für den Tourismus verantwortlich ist, strahlt ob der guten Zahlen: „Die Zuwächse freuen uns massiv. Es tragen alle Beherbergungsbetriebe zu diesem Erfolg bei und auch als Stadtgemeinde bemühen wir uns um die Touristen.“

Für Strobl weiterhin ein Thema bleibt das seit Jahren diskutierte Hotelprojekt. „Es ist unser Ziel, ein weiteres Angebot an Hotelbetrieben herzustellen, dabei ist das Sternesegment egal“, will sich Strobl nicht auf ein Vier-Sterne-Hotel festlegen.

Nicht mit einem Hotel, aber mit einem Motel wurde dem Bedarf an Nächtigungsmöglichkeiten im Raum Loosdorf nachgegangen. „Lange scheiterte so ein Projekt an Kleinigkeiten. Seitdem die Familie Gastecker ihr ‚Sleep-in Premium“-Motel bei der Autobahnabfahrt betreibt, steigen unsere Nächtigungszahlen“, kommentiert SP-Bürgermeister Thomas Vasku das Plus von 706,9 Prozent auf 6.173 Nächtigungen im Gemeindegebiet von Loosdorf.

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In Hürm konnte man sich über eine Vervielfachung der Ankünfte und beinahe eine Verdopplung der Nächtigungen freuen. Rückzuführen ist das ebenso auf ein neues, touristisches Angebot, wie VP-Ortschef Johannes Zuser verrät: „Das hängt sicher mit unserem Betriebsgebiet, wo das neue Hotel eröffnet hat, aber auch mit vielen Faktoren in der Region, wie beispielsweise der Reaktivierung des Römerwegs, zusammen.“

Auch Texingtal verzeichnete ein sattes Plus. „Wir sind stolz auf unsere Betriebe, die federführend dafür verantwortlich sind, dass die Nächtigungszahlen so hoch sind. Und natürlich sind auch unsere wunderschöne Landschaft und die Wander- und Radwege ein Grund“, analysiert VP-Bürgermeister Gerhard Karner die Situation in seiner Gemeinde.

Ein deutliches Minus zum Verzeichnen hat die Landesausstellungs-Region rund um den Hauptveranstaltungsort Pögg- stall. Zeigten die Zahlen im Jahr der Ausstellung 2017 ein deutliches Plus, kämpft das südliche Waldviertel mit einem Rückgang. Während in Artstetten-Pöbring die Nächtigungen auf 4.249 (-13,9 Prozent) und in Maria Taferl auf 13.887 (-2,9 Prozent) gefallen sind, muss Pöggstall mit Einbußen von mehr als 30 Prozent (1.877 Nächtigungen) leben. „Darauf hat uns das Land bereits im Vorfeld hingewiesen. Nach der Landesausstellung kommt immer ein Absacker“, betont Pöggstalls VP-Bürgermeisterin Elfriede Straßhofer.