Stiller Herbst: Eventkalender leert sich. Steigende Infektionszahlen und verschärfte Schutzmaßnahmen lassen wenig Hoffnung auf Veranstaltungen zu. Der NÖN-Ausblick für Herbst und Winter.

Von Markus Glück, Michael Bouda und Denise Schweiger. Erstellt am 16. September 2020 (06:19)
Ob es heuer Adventmärkte geben wird, ist noch offen. M
Schweiger, Gleiß

Die steigende Zahl an Coronainfizierten hat in den nächsten Monaten auch drastische Auswirkungen auf die Veranstaltungsszene im Bezirk Melk. Ein Ausblick.

Kirtage und Märkte

Der beliebte Melker Kolomanikirtag ist abgesagt. Offiziell will das derzeit noch niemand verkünden, allerdings gab es bereits im Ausschuss und im Stadtrat eine Empfehlung für die Absage. „Es ist von einer Absage auszugehen. Die Entscheidung trifft aber der Gemeinderat“, erklärt VP-Stadtchef Patrick Strobl.

Ebenso tausende Besucher lockte im Oktober jährlich der Käsemarkt in Maria Taferl . Auch das Event am Taferlberg ist für dieses Jahr abgesagt. „Wir haben lange an einem Konzept gearbeitet, aber es wäre mit den ganzen Auflagen einfach nicht dasselbe gewesen“, erläutert Karl Stix. Ideen, wie etwa eine Einbahnregelung durch die Marktstraße und die Durchführung des Events als reinen Lebensmittelmarkt, wurden schnell verworfen. „Niemand will nach einer Veranstaltung ins ‚Corona-Kreuzfeuer‘. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Käsemarkt 2021 wieder stattfinden kann“, betont Stix.

Kurzfristig doch abgesagt wurde der Manker Michaelikirtag , der am 20. September gestiegen wäre. Damit fallen auch die drei vom Kulturverein Beserlpark geplanten Konzerte ins Wasser. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber Gesundheit geht vor“, sagte VP-Stadtchef Martin Leonhardsberger zur Absage.

Bälle

Hart trifft es in diesem Jahr auch die Maturanten. So beginnt am Melker Stiftsgymnasium das Schuljahr normalerweise pompös mit dem Schulball. Doch dieses Jahr gibt es keine schwingenden, weißen Kleider bei der Polonaise im Kolomanisaal und keine ausgelassene Stimmung in den umfunktionierten Klassenzimmern. Der Maturaball des Melker Stiftsgymnasiums – es wäre der bereits 48. Ball gewesen – fällt heuer ins Wasser. „Es gab viele gute Ideen, diese ließen sich aber nicht mit einem Sicherheitskonzept zu den Corona-Schutzmaßnahmen vereinbaren“, sagt Direktor Johannes Eichhorn. Sein Amtskollege aus Ybbs, Christoph Maurer, hat den diesjährigen Schulball des Ybbser Schulzentrums im Jänner ebenso bereits abgesagt: „Wir folgen einer Empfehlung der Bildungsdirektion. Die Situation ist zu unsicher und es bringt aktuell leider nichts, hier Energie reinzustecken.“ Besonders leid tut es Maurer gerade für die vierten und fünften Klassen. „Es ist für die ganze Schulgemeinschaft besonders bitter“, betont Maurer. Der Ybbser Schulball wäre auch der erste Ball in der neuen Stadthalle gewesen. Die Eröffnung der neuen Stadthalle soll aber weiterhin wie geplant am 9. Jänner 2021 erfolgen. „Wir wissen aber noch keine Details, da es auf die Vorgaben ankommt, die dann gelten“, betont SP-Bürgermeister Alois Schroll.

Auch die Maturanten in Yspertal müssen dieses Jahr auf ihren Abschlussball verzichten. Der Maturaball der HLUW Yspertal , welcher dieses Jahr für Anfang Oktober geplant gewesen wäre, ist ebenso abgesagt.

Alle zwei Jahre steigt im Manker Stadtsaal der „Ball in Mank“ . Als Event aller Vereine und Organisationen der Stadt hätte die dritte Auflage wieder rund 500 Zuschauer in den Stadtsaal gelockt. Mittlerweile ist fix, dass er nicht stattfinden kann. „Wenn es nur zugewiesene Sitzplätze gibt, fasst der Stadtsaal maximal 150 Besucher. Da ist ein Ball unmöglich“, erklärt VP-Stadtchef Martin Leonhardsberger.

Adventmärkte

Keine freudige Botschaft gibt es schon jetzt für die Besucher, Aussteller und Veranstalter der Adventmärkte in Leiben und Pöggstall . Beide Events wurden abgesagt und finden erst wieder 2021 statt. Tenor der Veranstalter: „Gesundheit hat Vorrang!“

Was den beliebten Adventmarkt auf der Burgruine Aggstein betrifft, besteht noch Hoffnung. „Noch ist der Adventmarkt in der Schwebe und wir hoffen, dass wir ihn veranstalten können“, sagt Pressesprecherin Christine Jäger und verweist auf die ausständigen Bewilligungen von Behördenseite.

Der Wachauer Advent in der Stadt Melk könnte ebenso dieses Jahr dem Coronavirus zum Opfer fallen. Fix ist, dass es keinen Adventmarkt in der Form der Vorjahre samt Livebands und Nikolo-Auftritt. Ob der Adventmarkt überhaupt stattfindet, wird in den nächsten Wochen entschieden. „Es könnte sein, dass wir den Markt absagen. Derzeit schauen wir uns verschiedene Konzepte an. Ich will aber den Kindern in der Stadt unbedingt ein weihnachtliches Ambiente bieten“, betont Strobl.