„Tierschutz ist wohl nicht erwünscht“. Tierschutzvereine im Bezirk äußern sich zur geänderten Gesetzeslage: Private dürfen Tiere nicht mehr öffentlich feilbieten.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 21. September 2017 (05:06)
NOEN, shutterstock.com/Oleksandr Lytvynenko
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Ein bizarrer Fall von Tierquälerei landete vor Kurzem in den Medien. Eine Frau fand Ende Juli drei Babykatzen in einer Bio-Mülltonne in Pöggstall (die NÖN berichtete). „Das kommt leider schon ab und zu vor“, meint Elisabeth Gmach-Mittermayer vom Tierschutzverein Pöggstall. Eine Novelle im Tierschutzgesetz spielt hierbei eine nicht unwesentliche Rolle. Seit dem 25. April ist jedes öffentliche Angebot zur Abgabe von Tieren, die nicht von Züchtern oder Tierheimen stammen, per Gesetz verboten.

Kurz gefasst: Wer etwa privat tierischen Nachwuchs bekommt oder ein Tier nicht mehr behalten kann, darf das Tier weder per Flugblatt noch über einen Internetaufruf anbieten. „Und gerade Katzennachwuchs wird am häufigsten auf diesem Weg vermittelt. Es ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, ein Zuhause für Katzen ohne dem Internet zu finden“, informiert die Pöggstaller Tierärztin Margit Faffelberger, die ebenfalls im Tierschutzverein tätig ist.

Den Hintergedanken unterstützt der Tierschutzverein Pöggstall schon: Damit soll eigentlich den Pseudo-Züchtern von Rassetieren Einhalt geboten werden. Für Faffelberger ist jedenfalls klar: „Jetzt ist es wohl an der Zeit, die schon längst bestehende Kastrationspflicht als Tierbesitzer ernst zu nehmen.“

Kritik der Vereine gegenüber der Novelle

Marion Löcker vom Tierschutzverein „Robin Hood“ in St. Leonhard kann der Novelle nichts Positives abgewinnen. „Tatsache ist, dass damit gerade jene getroffen werden, die ohnehin nur helfen wollen“, ärgert sich Löcker. Sie ortet in der Gesetzesänderung keine Hilfe: „Bald werden wir vermehrt ausgesetzte Tiere haben, weil die Vereine nicht helfen dürfen. Mein Fazit: Tierschutz ist wohl in Österreich nicht erwünscht.“